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Oracle: EU versteht das Open-Source-Prinzip nicht

Oracle behauptet, die Freiheit von Open-Source-Software und ein blühender Markt für Datenbanken stünden den von der Europäischen Kommission geäußerten Bedenken gegen Oracles Übernahme von MySQL entgegen.

Sun Microsystems hat der US-Börsenaufsichtbehörde pflichtgemäß berichtet, dass die Europäische Kommission am gestrigen Montag Bedenken gegen Oracles Übernahme von MySQL geäußert habe. Die Zusammenführung von Oracles kommerziellen Datenbank-Produkten mit der bei Sun als freies Projekt gepflegten Datenbanksoftware könne sich negativ auf den Datenbankenmarkt auswirken, steht laut der Sun in diesem "Statement of Objections". Das Statement drücke die vorläufige Position der Europäischen Kommission aus und habe zum Zweck, den Adressaten Gelegenheit zur Gegenargumentation zu geben, erläutert Sun in dem kurzen Schreiben.

In einer offiziellen Erwiderung von Oracle heißt es, die Kommission habe nicht verstanden, dass niemand Open-Source-Software kontrollieren könne. Außerdem führt das Software-Unternehmen aus Kalifornien neben MySQL und Oracle sechs weitere Datenbank-Anbieter ins Feld, die der befürchteten Monopolstellung Oracles entgegenstünden.

Nach einer Forrester-Studie von Juli 2009 ist MySQL neben Ingres die am meisten genutzte Datenbank. In Reaktion auf die Sun-Übernahme durch Oracle im April hatte der MySQL-Erfinder Monty Widenius gemeinsam mit anderen ein eigenes Konsortium zum Schutze der freien Datenbank ins Leben gerufen. Oracle hatte sich zunächst nicht zu MySQLs Zukunft geäußert, und die EU verweigerte ihre Zustimmung zu der Übernahme von Anfang an. Jüngst kündigte Oracle jedoch massive Investitionen auch in MySQL an.

(Anika Kehrer)
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Kommentare (1)
von
eman,
12.11.2009 01:51
Kartellbehörden + IT = NULL
Irgendwie habe ich ganz generell den Eindruck, das die Kartellbehörden die Mechanismen der Branche nicht verstehen.
Sonst wäre man dort in den letzten 15 Jahren aktiver gewesen.