Open Source im professionellen Einsatz

Openstack Summit: Edward Snowden plädiert für freie Software

09.05.2017

Der bei der Keynote am zweiten Tag des Openstack Summit zugeschaltete Whistleblower Edward Snowden sieht freie Software als Mittel gegen Überwachung und Einschränkungen der Grundrechte.

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Dass der per Videoschaltung in den Keynotesaal des Openstack Summit in Boston zugeschaltete Edward Snowden sich lobend über die Openstack-Technologie aussprach, war nicht allein eine Geste der Höflichkeit gegenüber Mark Collier, dem COO der Openstack Foundation, und dem Openstack-affinen Auditorium. Snowden erläuterte, dass der normale Nutzer von Google Apps, und Co seine Daten letztlich ins ungewisse abgibt. Für viele sei das Internet nur eine Art magischer Ort, oder für einige gleichzusetzen mit Facebook. Mit freier Software wie Openstack ließe sich kontrollieren, was mit den Daten passiert. Nutzer seien so nicht gezwungen, ihre Daten abzugeben.

Auf die von der Openstack Foundation im Vorfeld von den Summit-Teilnehmern gesammelten Fragen antwortete Snowden, etwa dass seine Erfahrungen mit Open Source bedingt durch seine Veröffentlichung zu einem guten Stück mit dem Tor-Projekt verbunden seien. Zuvor sei das eher weniger gewesen, sagte er, die NSA nutze primär Windowss. Snowden ist bei der Freedom of the Press Foundation aktiv. Seit Anfang 2017 sei er Präsident der Foundation, ließ Snwoden wissen. Securedrop und seinen Plan, ein Smartphone mit freier Software und Openhardware zu designen nannte er als weitere starke Berührungspunkte mit Open Source.

Den Auftritt beim Summit nutzte er auch, um für die Entwicklung von freier Hardware zu werben. Ob Google oder Amazon, man können nicht sicher sein, wo die Daten hingehen oder wo die Fotos von den Smartphones landen. Niemand könne sicher sein, ob die Lokalisierungsdienste ausgeschaltet seien, wenn der Flugzeugmodus aktiviert werde. Es sei an der Zeit, Hardware zu entwickeln, die das gewährleiste. Auch die vielen Überwachungssysteme, die den aus früheren Zeiten bekannten Polizisten als Freund und Helfer inzwischen überall ersetzen, müssten transparent gestaltet sein.

Im Laufe der Zweit habe man einfach viele schreckliche Systeme akzeptiert, so Snowden, Telefone, die sich hijacken lassen und dergleichen mehr. Jetzt sei es an der Zeit, Dinge für die Zukunft zu entwickeln, um die Menschenrechte kommender Generationen zu sichern. Angst sei inzwischen die wertvollste politische Währung, sagte Snowden und spielte auf den Ausgang der Wahlen in den USA an, aber auch auf die Wahl in Frankreich und den Brexit. Edward Snowden plädierte dann dafür, Technologie und Protokolle zu entwickeln, die Grundrechte schützen. Das sind wir den nächsten Genrationen schuldig, sagte Snowden.

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