Open Source im professionellen Einsatz

Open-Source-freundlicher Linkedin- und Xing-Konkurrent Vutuv freut sich über viel Zulauf

29.03.2017

Vutuv, ein deutsches, aus Open-Source-Software entwickeltes Business-Netzwerk, begrüßte im März seinen millionsten Benutzer. Freie Konkurrenten der etablierten sozialen Netze tun sich gewöhnlich besonders schwer, weil solche Angebote für den Benutzer erst attraktiv werden, wenn sich viele andere registrieren und das Portal öfter aufsuchen - ein Henne-Ei-Problem. Umso bemerkenswerter ist der rasche Aufstieg des kostenfreien und datensparsamen Angebots unter der MIT-Lizenz, das der frühere Asterisk-Aktivist Stefan Wintermeyer vor wenigen Monaten auf den Schild gehoben hat.

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Stefan Wintermeyer, Gründer und Geschäftsführer der Amooma GmbH, berichtet in einem Beitrag, dass etwa 60 Prozent der Vutuv-User aus dem deutschsprachigen Raum kommen, der Rest von überall her. Rund die Hälfte greife mit Mobilgeräten zu.

Der große für jedermann spürbare Unterschied zu den Marktbeherrschern Xing und Linkedin ist die auffällig hohe Geschwindigkeit der Seite. Wintermeyer beansprucht die Lorbeeren dafür nicht allein, sondern lobt und bedankt sich - ganz Open-Source-typisch - beim Phoenix-Framework-Projekt von Chris McCord: "Ohne Phoenix und der Programmiersprache Elixir wäre Vutuv nicht möglich. Phoenix ist rattenschnell und kann problemlos vertikal skaliert werden - einfach einen weiteren Server hinzustellen, und fertig. So habe ich das noch mit keiner anderen Webplattform erlebt."

Mittel- bis langfristig will das Vutuv.Projekt seine Datenbank von MySQL auf Couch DB umstellen, um Server weltweit verteilen zu können, was einerseits Rechenzentrumausfälle kompensieren könnte und andererseits die Geschwindigkeit des Angebots auch in abgelegenen Gegenden verbessern müsste. Wintermeyer: "Das ist ein großes Projekt. Da müssen wir sehr viel am Code anfassen." Im Moment arbeiten die Entwickler daran, andere Social-Media-Accounts der Benutzer zu erkennen und funktional zu nutzen.

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