Open-Source-Portal Ohloh gibt eigenen Quellcode frei
16.01.2008
Ohlo, ein Web-Portal für Open-Source-Projekte, möchte nun selbst Open Source werden und gibt als erstes den Quellcode für ein Softwarewerkzeug zum Zählen von Codezeilen frei.
Auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite namens Ohloh Labs steht der Quellcode der vom freigegebenen Software zum Download bereit. Den Anfang macht Ohcount, ein Kommandozeilen-Werkzeug, das Codezeilen zählt und die Sprache des Quellcodes analysiert. Die Ohloh-Entwickler preisen Ohcount in der Pressemitteilung als besonders zuverlässig: "Ohloh ist außergewöhnlich genau beim Zählen von Codezeilen. Das liegt zum Teil daran, dass es sich an die Sprache anpasst, in der der Code geschrieben ist." Ohcount unterstützt derzeit 35 Sprachen, darunter C/C++, C#, Java, Ruby, Javascript, HTML und XML.
Jason Allen, Mitgründer und technischer Leiter bei Ohloh erklärt, dass die weiteren Ohloh-Bestandteile in den nächsten drei bis vier Monaten folgen sollen. Als Verwendungszweck für die Software außerhalb des Portals nennen die Entwickler beispielsweise Überwachung von Software-Entwicklung, inklusive Entwicklungsfortschritt, Informationen über Lizenzen, Sprachdaten und Kostenabschätzung. Von der Freigabe erhofft sich das Ohloh-Team rege Mitarbeit an der Weiterentwicklung der Technologie.
"Ohloh ist ein Open-Source-Netzwerk, das über die Software Menschen miteinander verbindet, die sie schaffen und benutzen." So beschreibt das Portal mit eigenen Worten seine Zielsetzung. Mit Analyse-Instrumenten will Ohloh eine objektive Grundlage schaffen, um Open-Source-Projekte miteinander zu vergleichen. Hierzu werden Daten gesammelt wie Programmiersprache, verwendete Lizenzen, Entwicklungshistorie, Anzahl der beteiligten Entwickler, Zahl der Verweise im Internet auf das Projekt und ähnliche Eckdaten. Diese Informationen sollen Rückschlüsse beispielsweise darauf ermöglichen, wie zukunftsfähig oder populär die Projekte sind. Gegründet wurde das Portal im Juli 2006 von den zwei ehemaligen Microsoft-Managern Jason Allen und Scott Collison. Seinerzeit waren rund 3600 Projekte gelistet, mittlerweile hat das Projekt nach eigener Aussage mehr als 10.000 Projekte analysiert.
Das Projekt selbst setzt auf die GPL: "Ohcount und alle nachfolgende Ohloh-Technologie wird unter einer bekannten und weithin akzeptierten Open-Source-Lizenz veröffentlicht, der GNU General Public License Version 2", so die Pressemitteilung.
(Britta Wülfing)
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