Während Betriebssystem-Entwickler laut dem aktuellsten Internet Security Threat Report der Firma Symantec mindestens 21 Tage brauchen, um aufgetauchte Sicherheitslücken zu stopfen, hat das Entwicklerteam der freien Office-Suite OpenOffice.org in der letzten Woche nach Bekanntwerden dreier Lecks angekündigt, diese noch in dieser Woche zu beheben. Sie haben ihr Wort gehalten. Seit heute morgen steht die aktuelle Version 2.2 von auf den Projektseiten zum Download bereit.

Zwei Sicherheitslücken betrafen das Öffnen von präparierten WordPerfect- und StarCalc-Dateien. Konnte ein Angreifer sein Opfer erfolgreich zum Öffnen solcher Dokumente bringen, konnte er beliebigen Programmcode auszuführen. Durch das dritte Leck ließen sich Shell-Befehle ausführen, wenn der Benutzer auf ein eingebettes Link in einem präparierten Dokument klickte.

Zu den Neuheiten in der Suite gehört die Technik "Kerning", die das Schriftbild optimieren soll. Sie ermöglicht es, proportionale Schriftarten angenehmer darzustellen. Der Begriff Kerning, auch Unterschneidung genannt, ist ein typografischer Fachbegriff und bezeichnet das Ausgleichen des Abstands zweier Buchstaben, um die Ästhetik zu verbessern. Ein anschauliches Beispiel ist auf Wikipedia zu finden.

Weitere Neuerungen betreffen den PDF-Export, die Tabellenkalkulation Calc und die Datenbankanwendung Base. So ist es jetzt möglich, auch Formularfelder in PDFs zu konvertieren und Lesezeichen anzulegen. In Calc wurde die Unterstützung für Microsoft-Formate verbessert und Base bringt einen verbesserten SQL-Editor mit.

Vor allem wegen der behobenen Sicherheitslücken empfiehlt sich der Download der neuen Version. Sie steht derzeit nur in englischer Sprache bereit, lokalisierte Versionen sollen jedoch schnellstmöglich folgen.