Bereits zu Jahresbeginn hatte Widenius Sun verlassen und sein eigenes Unternehmen namens Monty Program AB gegründet. Als Grund für seinen Weggang nannte er seinerzeit Unzufriedenheit mit dem Management und der Release-Politik "seiner"“ Datenbank seit der Übernahme durch Sun. In seinem neuen Unternehmen wollte er weiter an der von ihm entwickelten Storage-Engine namens Maria arbeiten. Die Weiterentwicklung von MariaDB sowie die Arbeit an MySQL sind auch das Ziel der frisch gegründeten Allianz. "Unser Ziel mit der Open Database Alliance ist es, eine zentrale Anlaufstelle für MySQL-Entwicklung zu bieten, eine wirklich offene Entwicklungsumgebung mit Beteiligung der Community zu fördern sowie sicherzustellen, dass die Qualität von MySQL-Code auf hohem Niveau bleibt", erläutert Widenius die Idee dahinter.

Seit dem Kauf von MySQL-Eigner Sun Microsystems durch den Datenbankanbieter Oracle sei die Community verunsichert, so die neuen Partner. In der Open Database Alliance wollen sie eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Entwickler schaffen, die Produkte und Dienstleistungen rund um die Open-Source-Datenbank anbieten und hoffen nun auf zahlreiche neue Mitglieder. Ein weiterer Mitstreiter ist bereits gefunden: OpenQuery, die Firma um die MySQL-Entwickler Arjen Lentz, Peter Lieverdink und Zak Greant. "Diese Allianz ist ein hervorragender Schritt," urteilt Lentz im Unternehmensblog, "sie zeigt die Ausgereiftheit und das breite und tiefe Spektrum an Expertise für Dienstleistungen rund um MySQL."

Kurt von Finck, zuständig für Kommunikation bei Monty Program AB, wirbt in einem Blogeintrag um weitere Mitglieder. Er schreibt: „Denkt positiv. Mit der Oracle-Akquisition von Sun schließen sich Türen. Aber wir haben gerade eine Wand aus der Seite des Hauses entfernt. Bei freier und Open Source Software sind die Türen nur für Trottel.“