Open Source im professionellen Einsatz

Offener IT-Gipfel am 21. Oktober in Hamburg mit Leutheusser-Schnarrenberger und Künast

07.10.2014

"Deutschland braucht mehr Open Source": Sicherheit, echter Wettbewerb und wahre Nachhaltigkeit, das sind die Kernthemen, die die Veranstalter (OSBA und Bündnis90/Die Grünen) des hochkarätig besetzten Offenen IT-Gipfels in Hamburg nennen. Auf dem Programm stehen unter anderem prominente Ex-Minister wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Renate Künast, aber auch das Limux-Projekt und eine OSS-Strategie für Hamburg, die Sicherheit in einer offenen Cloud, Open Source in der Wissenschaft und ein Vortrag zu Data Security vom Chaos Computer Club.

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"Dem Nationalen It-Gipfel der Bundesregierung einen Offenen IT-Gipfel zur Seite stellen", das ist die Motivation der Open Source Business Alliance und der Grünen Bürgerschaftsfraktion aus dem Hamburger Rathaus. Das wird am 21. Oktober - also direkt, nachdem sich nebenan Politik, IT-Prominenz und -Konzerne beim IT-Gipfel der Bundesregierung die Tür in die Hand gaben - ganz im Zeichen freier Software und von Open Source stehen. Im historischen Kaisersaal des Rathauses treffen sich da ab 14:00 prominente Unterstützer einer deutschen Open-Source-Strategie, Derlei ist in anderen europäischen Ländern bereits seit Jahren Standard.

"Deutschland hinkt hinterher"

"Wir sehen, dass Deutschland hier noch hinter dieser internationalen Entwicklung bei der zeitgemäßen IT-Strategie hinterherhinkt", mahnen die Veranstalter Peter Ganten (OSBA-Vorstand) und Farid Müller (medien- und netzpolitischer Sprecher der GRÜNE-Bürgerschaftsfraktion Hamburg) in Ihrer Einladung.

Nicht nur setzten die erfolgreichen Aushängeschilder des Silicon Valley wie Google oder Facebook im Bereich ihrer internen IT-Infrastruktur fast ausschließlich auf OSS-Komponenten, auch europäische Staaten wie Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien hätten bereits seit langem strategisch auf die Förderung freier Software gesetzt - nur eben Deutschland noch nicht.

Keynote: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Um auch der deutschen Politik dieses Ziel zu verdeutlichen, haben die Veranstalter ein hochkarätig besetztes Programm auf die Beine gestellt: Den Anfang machen wird Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin a.D., mit ihrer Keynote "Open-Source und Selbstbestimmung gehören zusammen". Anschließend spricht Open-Xchange-CEO Rafael Laguna über Trusted Cloud, Alexander Paravac (vom Lehrstuhl für Astronomie der Universität Würzburg) über Lehren aus dem Heartbleed-Bug und Jan Girlich vom Chaos Computer Club über Datensicherheit.

OSS muss eine politische Strategie werden

Nicht nur, aber auch weil die Hamburger Grünen auch eine Open-Source-Strategie für das Rathaus der Weltstadt im Norden Deutschlands etablieren möchten, folgen ein Vortrag über das Limux-Projekt sowie eine Podiumsdiskussion über die Chanchen von OSS in der Weltstadt.

Ebenfalls eine Podiumsdiskussion stellt den Abschluss der Vorträge dar, dort werden Experten wie Linux-Magazin- und Joinup-Autor Gijs Hillenius mit den anderen Vortragenden erörtern, warum es in Deutschland so schwer ist, die gleichen Ziele als Strategie zu etablieren, die in anderen Ländern der EU längst allgemeiner Konsens sind.

Abendempfang mit Renate Künast

Beim abendlichen Empfang wird dann Renate Künast (GRÜNE), Verbraucherschutzministerin a.D., Vorsitzende des Ausschusses für Justiz und Verbraucherschutz im Bundestag, die Eröffnungsrede "Verbraucher-, Kundendatenschutz und Open Source" halten.

Die Anmeldung für den Offenen IT-Gipfel ist kostenlos, Details zum Programm finden sich sowohl bei der Open Source Business Alliance wie auch auf den Seiten der grünen Bürgerschaftsfraktion. Die Hamburger Fraktion der GRÜNEN haben auch eine Themenseite Open-Source erstellt, die in den nächsten Tagen zunehmend mit Informationen über den Gipfel sowie Open-Source und Freie Software befüllt werden wird.

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