Open Source im professionellen Einsatz

OSVR: Konkurrenz für Rift und Vive

14.06.2016

Neben der HTC Vive, Playstation VR und der Oculus Rift gibt es auch Anbieter, die sich einen offeneren Zugang zu Virtual Reality wünschen. Von denen gibt es nun ein Konkurrenzgerät.

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OSVR steht für Open Source Virtual Reality. Die von den Machern wahlweise als "Movement" oder "Consortium" bezeichnete Organisation scheint tatsächlich aus einer Reihe kleinerer Firmen zu bestehen (sieht man von Intel und Acer ab), die sich gegen die "Riesen" zusammengetan haben. Ihr erklärtes Ziel: Ein quelloffenes VR-Ökosystem aufzubauen, das unabhängig von Marken und Unternehmen funktioniert.

Das wäre ein hehrer Ansatz, denn im VR-Bereich zeichnet sich einmal mehr ein Kampf um Standards ab, und verfolgen die drei großen Anbieter potenziell inkompatible Ansätze. Das schadet den Usern in der Regel eher als das es nützt. Die OSVR-Plattform will verschiedene Hardware unterstützen. womöglich ist der Open-Source-Ansatz aber auch einfach eine Strategie, um Marktanteile zu gewinnen, um ein reines Community-Projekt handelt es sich jedenfalls nicht.

Die Hardwaredaten des HDK 2 ähneln denen von Rift und Vive. Wie durchdacht das Konzept ist, muss sich erst noch zeigen.

Dennoch: Wer sich die Oculus Rift oder die HTC Vive nicht leisten möchte, hat nun ein drittes Head-mounted Display (HDM) von Razer und Sensics zur Auswahl. Das vom Konsortium auf der E3 vorgestellte Hacker Development Kit 2 verfügt über ein 90-Hz-OLED-Display mit 2160 x 1200 Pixeln. Es kostet im Gegensatz zu Rift und Vive nur 400 US-Dollar und soll im Juli verschickt werden. Ein IQE (Image Quality Enhancer) soll den Screen-Door-Effect reduzieren. Das Field-of-View beträgt 110 Grad, als Controller kann der Nutzer auf OSVR-kompatible Hardware oder PC-kompatible Gamepads zurückgreifen. Weitere Details zur Hardware liefert der Blogeintrag. Wie gut die Hardware sich im Vergleich mit der Rift oder Vive schlägt, können natürlich erst Tests zeigen, Golem konnte auf der E3 zumindest einen ersten Blick darauf riskieren.

Daneben gab OSVR bekannt, die Entwicklungsarbeit mit 5 Millionen US-Dollar zu unterstützen. Damit will man die Software vorantreiben und "VR-Fans und Entwicklern eine größere Auswahl ermöglichen, ohne sich über DRM oder andere restriktive Maßnahmen sorgen zu müssen.", schreiben die Macher in einem Blogeintrag. Die offen verfügbare OSVR-Software steckt in einem Github-Repository.

[Update, 14.06]: Golem-Link ergänzt.

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