OSBF: Microsoft arbeitet an interoperablen Service-Bussen mit
07.07.2008
Zum ersten Mal hat sich die Projektgruppe Interoperabilität der Open Source Business Foundation (OSBF) getroffen. Sie will sich einen Bus für Applikationsservices und Identitätsmanagement entwickeln.Linux-Magazin Online sprach mit Andreas Hartl, Direktor für Plattformstrategie bei Microsoft Deutschland, der die Projektgruppe leitet.
Das Ergebnis von Brainstorming, Gruppenarbeit und Diskussion seien drei Unterprojekte, in dessen Rahmen die zwölf teilnehmenden Firmen zusammenarbeiten wollen, führte Hartl aus. Das erste dreht sich nach Hartl um die Erarbeitung eines SaaS Hosting Bus: eines Kommunikationsbusses für Applikationsservices auf Web-Ebene. Das zweite Projekt soll die Sicherheit unter die Lupe nehmen, also das Identitätsmanagement der Service-Dienste. Der Bus soll den Namen AASB tragen (Authentication and Authorization Service Bus).
Als drittes Projekt sind Arbeitssymposien für die Anbindung an Open-Source-Produkte angedacht, als Beispiel nannte Hartl die Zusammenarbeit mit Firefox. Als Ergebnis dieser drei Projekte hielt Hartl sowohl einen Standard als auch eine Software für möglich, das sei noch völlig offen. Die Projektmitglieder wollen sich im September das nächste Mal treffen, Novell wird Gastgeber sein. Dann sollen die einzelnen Gruppenleiter und Teams sowie Roadmaps und Aufgabenverteilung feststehen.
Zu dem ganztägigen Workshop hatte Microsoft in seine deutsche Firmenzentrale in Unterschleißheim geladen. Teilnehmer waren neben Mitgliedsfirmen wie Novell, Red Hat und Open-Xchange, auch der Vorstandsvorsitzende der Open Source Business Foundation, Richard Seibt. Er ging unverhofft mit einem eigenen Projekt aus der Sitzung heraus, wie Hartl berichtete: Als viertes Thema hätten sich die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des geschäftlichen Umgangs mit OSS und Interoperabilität als Konsens ergeben. Dieses Thema gehe aber über Interoperabilität so weit hinaus, dass der Vorstand es in der OSBF als Ganzes bearbeiten will. Es gehe dabei darum, so Hartl, über den Rechts- und Business-Aspekt von Open-Source-Softwareentwicklung aufzuklären. Denn mit der GPL seien die Anforderungen nicht abgedeckt, die sich im kommerziellen Sektor ergeben.
Teilnehmer waren Novell, Red Hat, Open-Xchange und 1und1, weiter Zend, Sopera, LTec, Bird & Bird, Corisecio, Zimory und NIK. Diese Firmen sind auch die festen Mitglieder der Projektgruppe, bestätigte Hartl, auch wenn sie auf der OSBF-Seite noch nicht verzeichnet sind. Die hier zu lesende Zieldefinition der Projektgruppe - "praktische Interoperabilität" zwischen Plattformen zu fördern - enthalte die Anführungszeichen mit Absicht: Es gehe, so Hartl zu Linux-Magazin Online, nicht um technologisch hochinteressante Lösungen, weil diese theoretisch bleiben würden. Stattdessen gehe es pragmatisch darum, was den Kunden dient.
Zum OSBF-Beitritt von Microsoft Anfang Mai gibt es zudem ein Interview mit dem OSBF-Vorstandsvorsitzenden Richard Seibt und dem Microsoft-Repräsentanten Andreas Hartl.
(Anika Kehrer)
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