Open Source im professionellen Einsatz

Niedersachsens Polizei will Windows zurück

05.11.2014

Niedersachsens Polizei will laut Netzpolitik.org 12 000 Rechner zurück auf Microsoft migrieren und nennt die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als Grund. Die aber veröffentlicht das niedersächsische Innenministerium nicht.

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Die Rückkehr auf Windows sei auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sehr wahrscheinlich, heißt es in einem internen Schreiben des Landespolizeipräsidenten, aus dem Netzpolitik.org zitiert. Allerdings ist diese Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nicht verfügbar, da sie "taktisch und technisch vertrauliche Informationen" enthalte. Das bestätigte das niedersächsische Innenministerium auch dem Linux-Magazin gegenüber noch einmal, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sei als "Nur für den Dienstgebrauch" eingestuft.

Laut Netzpolitik.org habe es bei der Polizei bereits eine schleichende Umstellung auf Windows gegeben. Im Mai habe die Polizei bereits 1000 Windows-, Office- und Serverlizenzen erworben. Zudem werde Nivadis, das "Niedersächsisches Vorgangsbearbeitungs-, Analyse-, Dokumentations- und Informations-System", primär auf Windows entwickelt, obwohl es eigentlich auf Linux laufen soll. Offenbar tun sich die Entwickler schwer mit Linux, was dazu führe, dass Nivadis beide Systeme unterstützen müsse.

Aus Sicherheitsgründen würden sich zudem auf den vorhandenen Linux-Rechnern keine CD-Laufwerke und USB-Sticks mounten lassen, was das Betrachten von Überwachungsvideos verhindert habe. Anstatt nun die Rechte entsprechend anzupassen, hätten die Admins laut Netzpolitik.org kurzerhand Windows-PCs aufgestellt, bei denen diese Restriktionen fehlen.

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