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Niederlande wählen Offene Standards

Niederländische Ämter und Behörden sollen künftig vorzugsweise Freie Software einsetzen und zu Offenen Standards migrieren.

Dies beschloss das niederländische Parlament, die Tweede Kamer, am gestrigen Mittwoch und verabschiedete einen Aktionsplan für die Umsetzung. Das Papier "Nederland open in verbinding" wurde vom Wirtschaftsministerium entworfen und besagt, dass alle Behörden Offene Standards einsetzen sollen. Wie bereits Ende Oktober angekündigt, nennt das Parlament hierbei speziell den freien Standard Open Document Format (ODF), der bereits ISO-zertifiziert ist. (Linux-Magazin Online berichtete). Laut Plan sollen alle öffentlichen Ämter bis spätestens Januar 2009 den Datenaustausch über offene Standards großflächig umsetzen. Als "offen" bezeichnet der Plan nur Formate, für die keine Lizenzzahlungen erhoben werden. Um die Umsetzung zu überwachen, wird eine Beschwerdestelle eingerichtet, wo Bürger melden können, falls die Kommunikation über offene Standards nicht klappt. Eine IT-Abteilung soll bei der Umstellung vor Ort helfen. Außerdem soll in sämtlichen Behörden künftig vorzugsweise Freie Software eingesetzt werden. Laut Plan sollen ab April 2008 Regierungsstellen Strategien für die Migration zu Open Source vorlegen und begründen, wenn sie weiterhin proprietäre Lösungen von Microsoft einsetzen wollen; ab Dezember kommenden Jahres soll dies für alle öffentlichen Verwaltungen gelten.

Wie der KDE-Entwickler Jos van den Oever in seinem Blog schreibt, geht dieses Ergebnis auf eine langjährige Initiative der niederländischen Partei Groenlinks zurück. Für seinen Geschmack ist dies zwar ein Erfolg, geht aber nicht weit genug: "Es hat fünf Jahre gedauert, bis das Wirtschaftsministerium auf die Parlamentsanfrage reagiert hat. In der Zwischenzeit hat die (Vorgänger)Regierung gegen den Wunsch des Parlaments den Versuch der EU unterstützt, Softwarepatente zu legalisieren."

(Britta Wülfing)
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