Open Source im professionellen Einsatz

Nextcloud 12: Dank Global Scale dezentraler

22.05.2017

Dank einem Global Scale getauften Ansatz soll Version 12 von Nextcloud auch mit hundert Millionen von Nutzern gut zurecht kommen und zugleich kostengünstiger arbeiten. Das erreichen die Entwickler mit einer neuen Architektur, die wichtige Komponenten dezentralisiert.

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Nextcloud 12 läuft auf unabhängigen Applikationsservern, den so genannten Nodes, die auch auf Standardhardware laufen. Jeder Node verwaltet seinen eigenen Storage, Datenbanken und Caches unabhängig, die Server müssen sich sich also nicht mehr mit anderen im Cluster abgleichen und dürfen unterschiedliche Größen aufweisen. Nodes lassen sich in LDAP einbinden und etwa mit Docker ausliefern.

Dank der unabhängigen Nodes lasse sich zum Beispiel kostspieliger Storage auf mehrere kleinere, kostengünstigere Storagesysteme verteilen, schreiben die Macher in einem Blogeintrag. Auch Datenbanken und Load Balancer sollen sich mit Hilfe der Nodes auf durchschnittlicher Hardware betreiben lassen und so Kosten sparen.

Ein weiterer Vorteil dieser Architektur besteht darin, dass sich die Instanzen auch global auf Rechenzentren verteilen lassen, die in der Nähe der jeweiligen Nutzer stehen. Das kann aus rechtlichen Gründen sinnvoll sein, etwa in Europa mit den strengeren Datenschutzgesetzen, aber auch aus Performancegründen, um die Zugriffsgeschwindigkeit zu steigern.

Diese Verteilung von Instanzen lasse sich bereits mit der bestehenden Architektur umsetzen, allerdings nicht so effektiv. Zudem müssten sich die Nutzer beim Einsatz separater Instanzen auch auf verschiedenen Portalen einloggen, was dank der neuen Architektur wegfalle. Hier agiert ein Global Site Selector (GSS) als zentrale Instanz beim ersten Anmelden. Der GSS reicht den Nutzer dann über einen Lookup-Server an die passende Instanz weiter.

Der Lookup-Server erkennt den Nutzer und dessen Aufenthaltsort anhand der User-ID, kann ihn auch auf einen bestimmten IP-Bereich beschränken. Er speichert zudem Qualitiy-of-Service-Informationen wie Quotas, Zugriffsgeschwindigkeit oder Zuverlässigkeit der Verbindung. Fehlt noch der Balancer, der auf einer ihm zugeteilten Ressource arbeitet und die Knoten und ihre Hardwarekennzahlen im Auge behält. Er erkennt, wenn Knoten nicht arbeiten und kann User bei Bedarf migrieren. Wechselt ein Nutzer von der USA nach Europa, transferiert der Balancer seine Daten in ein europäisches Rechenzentrum, wenn dieses zur Verfügung steht.

Ein Whitepaper [PDF] erklärt weitere Details zu Global Scale, Nextcloud 12 lässt sich unter anderem über den Downloadbereich auf der Webseite herunterladen.

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