Open Source im professionellen Einsatz

Nextcloud 11 setzt auf bessere Security

13.12.2016

Nextcloud 11 fährt neue Sicherheitsfeatures auf und hat sich unter anderem einem Security-Check der NCC Group unterzogen. Zudem erneuert es seinen App Store, der Signaturen erlaubt und bietet eine experimentelle Spreed.me-Integration an.

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Die Entwickler hatten für Version 11 von Nextcloud unter anderem die Sicherheit im Fokus und bringt zahllose neue Features in diesem Bereich mit. Bereits Version 10 integrierte eine Brute-Force-Protection mit, Version 11 weitet diese nun auf Remote Logins aus. Auch unterstützt es die CPS 3.0 (Content Security Policy) und Same-site Cookies für aktuelle Browser. Eine Authentifizierung über Kerberos ist neuerdings ebenso möglich wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung über Universal 2nd Factor (U2F) oder ein Time-based One-Time Password (TOTP).

Das System nutzt HTTPS standardmäßig, mehrere verteilte Instanzen in der Federation kommunizieren über SSL/TLS. Passwörter lassen sich nicht nur intelligenter zurücksetzen und Nextcloud fragt die Nutzer auch bei sensiblen Aktionen danach, etwa beim Ändern von Passwörtern oder E-Mail-Adressen. Der neue und moderner aufgemachte App Store (zuvor verwendete Nexcloud den von Owncloud) will Entwickler ermutigen, ihre Apps zu signieren. Skripte testen standardmäßig die Sicherheit hochgeladener Apps. Nicht zuletzt lassen sich Passwörter mit bestimmten Rechten versehen, was Admins das Leben erleichtern soll.

Seine Sicherheit hat sich das Projekt nun auch von einem externen Anbieter, der britischen NCC Group, bescheinigen lassen, den vollständigen Report verlinkt die Webseite.

Doch es gibt auch abseits der Sicherheit einige Neuerungen in Nextcloud 11. Die Private-Cloud-Lösung bringt unter anderem einen experimentellen Support für den P2P-basierten Videochat Spreed.me mit. Bis zu sechs Personen sollen laut Community-Manager Jos Poortvliet problemlos per Videochat miteinander reden können, abhängig von der Bandbreite der Teilnehmer. Eine Volltextsuche setzt das Projekt mit Solr um, die Ergebnisse landen bislang in einer flachen Liste, sortiert nach ihrer Relevanz in Abhängigkeit vom Namen und Inhalt. Mit Plus und Minus lassen sich Schlüsselwörter in die Suche einbinden oder ausschließen, doppelte Anführungszeichen suchen nach Wortkombinationen und Sätzen.

Die Admin-Oberfläche für Solr (Quelle: Nextcloud).

Willigen die Nutzer ein, nimmt Nextcloud 11 sie in ein zentrales Adressbuch auf, so dass andere User sie in verteilten Infrastrukturen einfacher finden. Zudem können User andere User in Kommentaren erwähnen und Dinge direkt per E-Mail teilen. Auch mit Nutzern der konkurrierenden Pydio-Plattform lassen sich ab Version 11 Inhalte teilen, dazu arbeiten beide Projekte zusammen.

Auch Performancegewinne gegenüber der Vorgänger-Version reklamieren die Nextcloud-Macher für ihre neue Iteration. Datenbank-Abfragen sollen deutlich schneller vonstatten gehen. Nicht zuletzt gibt es einen verbesserten 4-Byte-Support in MySQL: Auch Dateien mit merkwürdigen Dateinamen lassen sich nun synchronisieren.

Gegenüber dem Vorgänger soll Nextcloud 11 unter anderem den Datenupload beschleunigen (Quelle: Nextcloud).

Wer Nextcloud 11 herunterladen möchte, wird im Download-Bereich auf der Webseite fündig. Im Newsbereich findet sich zudem die offizielle Ankündigung der nächsten Version.

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