Um bloße Virtualisierung einzelner Rechner geht es längst nicht mehr, selbst Infrastruktur-Mechanismen, mit deren Hilfe sich virtuelle Maschinen etwa sichern oder zwischen Hosts verschieben lassen, reichen alleine nicht mehr aus. Stattdessen rückt mehr und mehr das Management virtueller Umgebungen in den Fokus und genau diesem Trend folgt auch das eben vorgestellte neue Release ESX-Server 3.5 des Marktführers VMWare.

Zu den zahlreichen Funktionen, die Handhabung und Verfügbarkeit verbessern und viele Routinejobs automatisieren, gehört beispielsweise das Distributed Power Management. Diese Funktion verteilt virtuelle Maschinen (VMs) innerhalb eines VMware-Clusters um, so dass sich schlecht ausgelastete Hosts abschalten lassen, nachdem ihre VMs anderswo Platz gefunden haben. Das spart Strom und schont so ganz im Sinne der aktuellen Green-IT-Kampagnen die Umwelt. Steigt die Last, nehmen die pausierenden Hosts automatisch wieder ihre Arbeit auf. Anwender bemerken davon nichts.

Ebenfalls neu ist eine wichtige Funktion für das Update-Management sowohl der VMware-Hosts wie der VMs. Auch sie setzt auf die Fähigkeiten der Infrastrukturebene um beispielsweise Hosts vor dem Patchen freizuräumen und VMs durch Snapshots eine Rollback-Möglichkeit zu eröffnen. Weiter ist mit Storage Motion eine Parallele zur bekannten VMotion-Technik für VMs hinzugekommen, die anstelle der virtuellen Maschinen Abbilder von Festplattenspeichern im laufenden Betrieb zwischen Storage-Systemen verschieben kann. Das macht beispielsweise I/O-Load-Balancing möglich.

Große Rechenzentren, die sich aus Sicherheitsgründen über verschiedene Standorte verteilen, können mit dem neuen Site Recovery Manager im Desaster-Fall alle VMs auf Knopfdruck in das Ausweich-Data-Center migrieren. Der Ausfallsicherheit kommen zudem neue Monitoring-Komponenten (Enhanced HA) zugute.

Als weitere Neuvorstellung neben dem ESX-Server-Update präsentiert VMware eine abgespeckte Version dieses Produkts unter dem Namen ESX Server 3i. Sie passt mit nur 32 MByte in Flash-ROMs oder auf Memory Sticks und ermöglicht plattenlose, installationsfreie und wartungsarme Virtualisierungsserver, an denen dem Vernehmen nach bereits etliche Hersteller entwickeln. Von Dell sollen noch in diesem Jahr fertige Produkte zu erwarten sein. Sie sollen sowohl die Hürden für Virtualisierungs-Einsteiger drastisch senken als auch Rechenzentren die bequeme Aufstockung ihrer Kapazitäten erleichtern.