Open Source im professionellen Einsatz

Neuer Aufsichtsrat der OpenID Foundation mit Yahoo und Microsoft

08.02.2008

Die OpenID Foundation hat eine Reihe neuer prominenter Unterstützer: Yahoo und Microsoft finden sich Seite an Seite im neu gegründeten Aufsichtsrat, ebenso wie Google, IBM und Verisign.

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Die OpenID Foundation ist die Organisation hinter dem Open-Source-Projekt zur Webauthentifizierung. Das Ziel von OpenID ist es, Internet-Nutzern eine sichere und einfache Authentifizierungsmöglichkeit im Internet zu bieten und damit bessere Kontrolle der persönlichen Daten. Mit einer Single-Sign-On-Lösung können Anwender ihre Web-Identität festlegen, und mit der "portablen Web-Identität" sollen die zahlreichen unterschiedlichen User-Namen und Passwörter im Internet überflüssig werden.

Ins Leben gerufen wurde die OpenID Foundation von sieben Gründungsmitgliedern im Juni 2007 als rechtlicher Arm des Open-Source-Projekts. Neu dazugekommen ist nun ein "Aufsichtsrat der Unternehmen", in dem als erste Mitglieder fünf prominente Unternehmen sitzen: Google, IBM, Verisign, Yahoo und Microsoft. Von den fünf frisch gekürten Aufsichtsratsmitgliedern erhofft sich die Stiftung weiteren Schub für das Projekt: "Die Community ist seit der Gründung der Stiftung schnell gewachsen, und diese Unternehmen werden dazu beitragen, dass OpenID in den Mainstream-Markt gelangt", sagt Bill Washburn, der Geschäftsführer der Organisation.

Alle fünf haben bislang schon Beiträge unterschiedlicher Art geleistet, wie die Stiftung in ihrer Pressemeldung betont. Mit Zitaten kommen hier alle Unternehmen zu Wort, auch die Gegner in der aktuellen Übernahmeschlacht Microsoft-Yahoo (Linux-Magazin Online berichtete). Kim Cameron, Chief Identity Architect bei Microsoft, streicht die Bedeutung seines Arbeitgebers für das Open-Source-Projekt heraus: "Seit Bill Gates und Craig Mundie unsere Zusammenarbeit mit der OpenID-Community letzten Februar bei der RSA verkündet haben, hat Microsoft eine führende Rolle übernommen, das Open Policy-Framework zu etablieren", so Cameron in der Presserklärung. Der Yahoo!-Mitarbeiter Ash Patel will nicht zurückstehen: "Im letzten Jahr haben wir mit der OpenID Foundation eng zusammenarbeitet, um den Rahmen für geistiges Eigentum zu schaffen, die OpenID-2.0-Spezifikation abzuschließen und OpenID für alle 248 Millionen registrierten, aktiven Yahoo!-Nutzer weltweit zu übernehmen."

Welche Motive die neu benannten Aufsichtsratsmitglieder auch treiben mögen - das gemeinsame Ziel formuliert die OpenID Foundation: Als Vorteil für die Anwender nennt die Stiftung weniger Frust beim Internetsurfen durch eine einzige Identität. Online-Unternehmen verspricht die Organisation geringere Kosten, weil weniger Passwörter und Konten verwaltet werden müssen sowie geringere Risiken durch Sicherheitslücken. Nach Angaben der OpenID Foundation unterstützen aktuell mehr als 10.000 Webseiten ein OpenID-Log-In.

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