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Network Manager 1.8 optimiert Neustarts und Verbindungspriorisierungen

11.05.2017

Vom Network Manager gibt es die neue Version 1.8. Die stabilisiert den Dienst bei Neustarts und verbessert die Priorisierung von Verbindungen.

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Dreieinhalb Monate und mehr als 700 Commits nach der Version 1.6 ist nun eine neue Ausgabe des Network Manager erschienen, die neben Bugfixes auch neue Features mitbringt. Das schreibt Entwickler Lubomir Rintel in einem Blogpost. Unter anderem haben die Entwickler an Neustarts des Network-Manager-Daemon gearbeitet, die bislang zum Teil merkwürdige Resultate nach sich zogen. So tauchte nach einem Neustart etwa ein anderes Verbindungsprofil auf, weil der Network Manager die Konfiguration der Interfaces beim Herunterfahren nicht löscht.

Hintergrund war, dass die Entwickler auf diesem Wege "unerfreuliche Überraschungen" in Remote-Shell-Sessions und bei Netzwerk-Mounts verhindern wollten. Einerseits sollte der Network Mangager existierende Konfigurationen nutzen, andererseits solche außerhalb seines Aktionsradius nicht zerstören. Das habe eine komplizierte Heuristic nach sich gezogen, welche die Netzwerkverwaltung in einigen Fällen in einen unerwarteten Zustand brachte. Das soll nun nicht mehr passieren: Neuerdings speichert der Network Manager den aktuellen Status beim Herunterfahren in einer Datei, die er beim Neustart wieder auswertet.

Um Captive Portals zu erkennen, das sind die Anmeldeseiten, die häufig im öffentlichen Wlan-Netzen auftauchen, versucht der Network Manager periodisch, eine vorkonfigurierte Webseite zu erreichen. So prüft er, ob der Host das Internet über die beste Route erreicht (was er im Falle der Captive Portals eben nicht tut).

Ab Version 1.8 führt der Network Manager für alle Verbindungen solche Connectivity Checks mit einer Standardroute ein. Das erlaube es, Verbindungen ohne Internetzugang eine geringere Priorität einzuräumen als solchen mit Internetzugang. Konkurrieren zum Beispiel eine langsamere Wlan- und schnellere Kabelverbindung miteinander, verringert Network Manager die Priorität für die Kabelverbindung, wenn diese keinen Internetzugriff hat.

Zu den weiteren, eher kleinen Änderungen gehört, dass sich jetzt Libcurl um die Connectivity Checks kümmert, was weniger Abhängigkeiten nach sich zieht, dass Nmcli besser mit Skripten und der Fehlerbehandlung klar kommt und dass Network Manager besser mit mobilen Breitbandgeräten, Team-Geräten, gebündelten Geräten, Dummy-Links und Geräten mit SR-IOV-Support zurecht kommt.

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