Open Source im professionellen Einsatz

Nach vier Jahren Entwicklung: Bind 10 ist da

27.02.2013

Seit wenigen Tagen ist die zehnte Auflage des verbreitetsten DNS-Servers BIND verfügbar. Der bekommt eine komplett überarbeitete interne Struktur und soll so besser skalieren und leichter im Cluster-Verbund arbeiten können.

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Vor wenigen Tagen haben die Entwickler rund um das Internet Systems Consortium ISC die Version 10 des Nameservers Bind freigegeben. Die Ankündigung versteckt sich am unteren Ende dieser Webseite und blieb relativ unbemerkt, obwohl die letzte Version von BIND immerhin mehr als zehn Jahre zurück liegt.Bind 10 setzt - anders als seine Vorgänger - nicht mehr auf einen monolithischen Prozess, sondern versorgt die einzelnen Funktionen mit jeweils dedizierten Prozessen. Das, so die Entwickler, verbessere die Skalierbarkeit und erhöhe die Integrationswilligkeit des DNS-Servers in Cluster- oder fehlertolerante Strukturen. Allerdings bedarf es dann auch diverser Anpassungen, um die einzelnen Tools zusammenzubauen.

Die waren wohl auch die wesentlichen Gründe dafür, warum die Entwicklung der neuen Version fast fünf Jahre in Anspruch nahm. 2009 hatte man, nachdem Sponsoren sich bereiterklärt hatten, das Projekt zu unterstützen, begonnen, und 2013 soll der "Really fun stuff" folgen, also die Sachen, die nicht unbedingt notwendig sind, aber "Spaß machen". Die jetzt veröffentlichte Version 10 (Download hier) ist ein "Drop-In-Replacement" für Bind 9 und bringt laut Release Notes zahlreiche Erweiterungen mit sich. Sie ist in C++ und Python geschrieben, integriert Bind-DNS und ISC-DHCP (mit "experimentellem Support für DHCPv4 und DHCPv6 Server"), unterstützt intern jetzt SQL- und SQLite-Datenbanken und enthält ein Benchmarking-Tool namens Perfdhcp. Dazu kommen laut Changelog IXFR- und AXFR-Zone-Transfers, ein deutlich schnelleres In-Memory-Backend für Zonen Daten und Verbesserungen rund um DNSSEC, NSEC3, DDNS, Zugangskontrolle, TSIG-Unterstützung und vieles mehr.

Das modulare Bind-10-Prozess-Modell nach Shane Kerr. (Quelle: Shane Kerr, PDF-Link im Artikel)

Bind läuft nach Aussage der Entwickler auf 80 Prozent der DNS-Server im Web, ein Video auf der FOSDEM mit Shane Kerr, ein PDF von einem Vortrag "Bind 10 in zehn Minuten" und die detailreichen Informationen auf der  Seite des Entwicklers Jan-Piet Mens bieten Möglichkeiten, tiefer in die Details einzusteigen. Bind 10 soll in Fedora 19 integiert werden, schreiben die Entwickler der freien Red-Hat-Distribution.

DNS

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