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MySQL-Gründer Monty Widenius verlässt Sun

Der MySQL-Gründer Monty Widenius verläßt Sun Microsystems. Künftig will er wieder als selbständiger Unternehmer weiter Open-Source Software entwickeln, und auch in der Gastronomie sieht er eine berufliche Alternative, von der Datenbank-Entwickler profitieren sollen.

Widenius verkündet seine Entscheidung in einem Blog-Eintrag mit dem Titel „Time to Move on!“. Gerüchte um seinen möglichen Ausstieg gab es bereits seit letztem Sommer, und der MySQL-Gründer bestätigt nun den Wahrheitsgehalt: „Ich habe dem Management gesagt, dass ich sofort meine Kündigung einreichen würde weil ich sehr davon überzeugt war, dass die Version 5.1 nicht ausgereift war.“ Nach seiner Schilderung hatte die Drohung zunächst den gewünschten Effekt: „Ich traf mit Suns oberer Führungsebene eine Vereinbarung, nicht zu kündigen, sondern stattdessen weitere drei Monate zu bleiben“. In dieser Zeit sollte er Sun dabei unterstützen, die Probleme in der MySQL-Entwicklung zu lösen. „Die drei Monate dehnten sich auf sieben Monate“, schreibt er, und die erhofften Änderungen von Sun an der MySQL-Struktur wurden seiner Meinung nach nicht schnell genug umgesetzt. Ende November 2008 kritisierte er die Release-Politik von MySQL öffentlich und schilderte seine Gründe (Linux-Magazin Online berichtete). Seine Vorstellungen für die Entwicklung von MySQL fasst er so zusammen: „Insbesondere hätte ich gern gesehen, wenn die Server-Entwicklung zu einer wahrhaft offenen Entwicklungsumgebung verschoben worden wäre.“ Zwar gäbe es bei Sun Überlegungen, die Server-Entwicklung freizugeben, „aber das Tempo war zu langsam“, meint Widenius.

Er ist nach wie vor der Meinung, dass Sun der „bestmögliche Käufer für MySQL“ sei, und er bedauert, dass die Zusammenarbeit nicht geklappt habe. Eine Kooperation auf anderer Basis sei jedoch in Planung, so Widenius weiter. Die Entwicklungsarbeit will er in seinem neuen Unternehmen fortsetzen, das er „Monty Program AB“ getauft hat. Hier will er weiter an der von ihm entwickelten Storage-Engine namens Maria arbeiten, und einige Sun-Mitarbeiter wollen ihm folgen, wie er schreibt. „Der Plan ist, mehr oder weniger wie bisher am Maria-Projekt weiterzuarbeiten. Der Hauptunterschied zu vorher ist, dass das Maria-Projekt und seine Mailinglisten auf Launchpad umziehen und wir beginnen, Freenode für unsere IRC-Kommunikation zu nutzen (channel #maria).“ Er verspricht eine aktive Zusammenarbeit mit der MySQL-Community und „bald“ sollen erste Binaries veröffentlicht werden.

Widenius hat aber noch weitere Ideen: Als Venture-Kapitalgeber möchte er unter dem Namen Open Ocean Capital Open-Source-Projekte unterstützen, und auch die Gastronomiebranche inspiriert ihn: „Ich arbeite außerdem daran, eine neue Art Restaurant zu eröffnen.“ Eine weitere Datenbank-Idee soll dem kulinarischen Projekt die Würze verleihen, und Datenbank-Entwicklern verspricht er bereits Rabatt auf die Essenspreise. Seine Rezepte für die Zukunft will er demnächst auf http://www.askmonty.org verraten.

(Britta Wülfing)
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