Open Source im professionellen Einsatz

Multitouch mit Kernel 2.6.30

15.06.2009

Linux und Multitouch-Eingaben funktionieren auch ohne X.org und mit Hilfe des neuen Kernel 2.6.30. Drei französische Studenten zeigen, wie es geht.

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Mohamed-Ikbel Boulabiar, Stephane Chatty und Sebastien Hamdani vom Interactive Computing Lab der französischen Hochschule für zivile Luftfahrt (ENAC) haben gezeigt, wie sich Linux mit Hilfe eines neuen Kernels in ein Multitouch-System verwandeln lässt. Ein Patch des Kernel-Entwicklers Henrik Rydberg für das Eingabesystem von Linux macht es möglich.

 

 

 

Ein Demo-Video auf der Webseite des Projekts zeigt, wie das Feature in der Praxis aussieht: Nötig dafür sind Computer mit Oberflächen von Broadcom 5974, Stantum, NTrig oder DiamondTouch, einem Kernel in Version 2.6.30 sowie Compiz mit einem DBus-Plugin. Um Fenster zu rotieren oder zu skalieren, braucht man zudem das Freewins-Plugin. Dabei liest der Democode die Eingaben direkt von /dev/input/eventX, der X-Server spielt dabei (noch) keine Rolle

Wie die Entwickler weiter berichten, handelt es sich lediglich um einen einfachen Prototypen. Das Projekt hofft, dass die von ihm angepassten Treiber für die Touchscreens bereits im Kernel 2.6.31 landen. Zudem werfe die Demo auch Fragen auf, wie der X-Server zukünftig mit den Multitouch Kernel Events umgehen wolle. Der Democode, sowie die angepassten Treiber für das Stantum Multitouch Tablet und die NTrig Multitouch Screen Treiber stehen auf der Webseite des Projekts zum Download bereit.

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