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Münchens OB Ude wirbt in Brüssel für offene Standards

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat auf der Veranstaltung "Being Open About Standards" von den Erfahrungen seiner Stadtverwaltung mit freier Software und offenen Standards berichtet.

Eingeladen hatte Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Wettbewerb, und so standen wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Die Rathaus-Umschau (PDF) der Stadt München zitiert aus Udes Beitrag: "Gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind unserer Ansicht nach in Deutschland und Europa im Bereich der IT breit aufgestellt und bieten eine Vielzahl innovativer Lösungen. Im bisherigen Projektverlauf investierten wir bereits im Rahmen von Ausschreibungen in die nationale und europäische Wirtschaft. Bei der Entscheidung für die andere Alternative wäre nicht gewährleistet, dass diese Investitionen Unternehmen der EU zugute kommen."

Nellie Kroes unterstrich die Rolle von Standards, die den Wettbewerb sowohl fördern als auch behindern können - je nach dem, ob sie in einem offenen Prozess erstellt oder von Monopolisten forciert würden. Sie ermutigte Geschäftskunden, auf offene Standards zu setzen: "Offene Standards zu wählen ist eine sehr kluge Business-Entscheidung." Auch die Europäische Kommission müsse sich mehr um die Umsetzung ihrer internen Vorgaben zu offenen und gut dokumentierten Standards bemühen, sagte die Kommissarin.

Derzeit untersucht die Kommission, wie es dazu kam, dass die Standardisierungsbehörde ISO neben dem Open-Doucument-Format (ODF) das XML-Format OOXML von Microsoft als Standard annahm. Es geht um Vorwürfe, der Software-Konzern habe Gremien beeinflusst. Christian Ude forderte die Kommission auf, an dieser Stelle "den freien und fairen Wettbewerb auch weiterhin zu gewährleisten". Er begrüßte allerdings die Ankündigung Microsofts, in Zukunft auch ODF in seinen Programmen zu unterstützen. Münchens Bürgermeister hatte in den vergangenen Monaten klar Stellung gegen OOXML bezogen (Linux-Magazin Online berichtete).

(Mathias Huber)
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