Open Source im professionellen Einsatz

Münchener Bürgermeister denken über Windows-Rückkehr nach

18.08.2014

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) prüft München einen Wechsel auf Windows. Der Grund seien zu viele Beschwerden über Linux.

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Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) habe die Pläne gegenüber der Süddeutschen Zeitschrift bestätigt und widerspreche damit der dritten Bürgermeisterin Christine Strobl von der SPD, die vor acht Monaten über einen erfolgreichen Abschluss der Linux-Umstellung berichtete.

Worüber die Mitarbeiter konkret klagen, erwähnt Schmid laut dem Bericht nicht. Der OB Dieter Reiter (SPD) bemängelte jedoch, dass er nach Amtsantritt zu lange auf sein Diensthandy warten musste, weil die IT erst einen externen Mailserver einrichten musste, um die E-Mail-Kommunikation mit dem Handy zu gewährleisten. Josef Schmid vermisst laut SZ ein "einheitliches Programm für E-Mails, Kontakte und Termine".

Eine unabhängige Expertengruppe soll die Lage nun evaluieren und Empfehlungen aussprechen. Raten die Experten zu einer Rückkehr auf Microsoft-Software, schließe Schmid diesen Schritt nicht aus. Dann würden allerdings auch wieder die Lizenzzahlungen an Microsoft fällig, die München mit der Umstellung auf Linux gerade vermeiden wollte. Laut dem SZ-Bericht plant der amerikanische Konzern derweilen, seine Deutschland-Zentrale 2016 von Unterschleißheim in den Münchner Stadtteil Schwabing zu verlagern.

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