Open Source im professionellen Einsatz

Moonlight 2.0: Microsoft-Codecs für Novell-Kunden

21.12.2009

In enger Zusammenarbeit mit Microsoft hat ein Team um den Novell-Entwickler Miguel de Icaza Version 2.0 des Silverlight-Klons Moonlight veröffentlicht.

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Silverlight ist Microsofts Versuch, moderne Inhalte wie Videos und Animationen im Web einzubetten. Es wird oft als direkte Konkurrenz zu Flash betrachtet. Da es die Dotnet-Anwendung Silverlight nur für Windows gibt, arbeitet ein Team von Novell um den Mono-Entwickler Miguel de Icaza seit mehreren Jahren an einer entsprechenden Open-Source-Version, die sich Moonlight nennt.

Die aktuelle Release 2.0 befindet sich technisch in einem Status zwischen Silverlight 2.0 und 3.0 und beruht auf dem kürzlich veröffentlichten Mono 2.6, Cairo und Gtk+. Bei der aktuellen Entwicklung habe man sich auf die am meisten gewünschten Features konzentriert, darunter die Übertragung der Olympischen Winterspiele in Vancouver und den Support des Microsoft-Tools Photosynth.

Wie Mono selbst ist auch die Entwicklung von Moonlight nicht unumstritten, da Microsoft zahlreiche Patente auf die Software besitzt und für das Streaming von Video und Audio in der Regel Microsofts eigene proprietäre Formate WMA und WMV eingesetzt werden (die entsprechenden Codecs installiert das Tool automatisch aus dem Internet). Novell hat mit Microsoft deshalb zu Beginn der Entwicklung ein entsprechendes Abkommen abgeschlossen, wonach Microsoft die Nutzer der Novell-Implementierung nicht verklagen werde. Dieses Abkommen haben die beiden Firmen nun erneuert und ausgeweitet. Demnach können auch Nutzer anderer Distributionen Moonlight benutzen und Distributoren Moonlight als Paket ausliefern, ohne Angst vor einer Klage haben zu müssen. Allerdings müssen alle außer Novell auf einen automatischen Codec-Support verzichten, da das diesbezügliche Abkommen über die Codecs nur zwischen Novell und Microsoft gilt.

Die aktuelle Moonlight-Implementierung arbeitet nur mit Firefox als Browser zusammen. Man arbeite aber auch an einer entsprechenden Implementierung für Chrome, schreibt de Icaza in seinem Blog.

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