Open Source im professionellen Einsatz

Mongodb will an die Börse

22.09.2017

Mongodb Inc., die Firma hinter der No-SQL-Datenbank Mongo-DB, hat sich bei der amerikanischen Sec (Securities and Exchange Commission) für den Aktienverkauf an der Nasdaq registriert.

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Das Kürzel an der Nasdaq wäre MDB, mit seinem Börsengang will der Datenbank-Hersteller offiziell 100 Millionen US-Dollar einnehmen. Wie bei einem Börsengang zwingend erforderlich, listet der Antrag auch die vom Unternehmen selbst eingeschätzten Risikofaktoren auf. Die nehmen mehr als 30 Seiten ein und lesen sich drastisch (ab Seite 16). Allerdings listete auch Google 20 Seiten mit Risikofaktoren auf, Amazon immerhin noch 10.

Mongodb sei noch ein recht junges Unternehmen, die Einkünfte seien nicht konsistent. Es sei daher schwierig, die künftigen Erfolgsmöglichkeiten abzuschätzen. Von Beginn habe das Unternehmen Verluste angehäuft, bis zum 31. Juli 2017 ein Defizit von 393,2 Millionen. Die Ausgaben werden sich nach dem Börsengang noch deutlich erhöhen, etwa im Sales- und Marketingbereich, Forschung und Entwicklung, Betrieb und Infrastruktur. Zudem kämen weitere Kosten für Anwälte und Buchhaltung hinzu. Sollten also die Umsätze künftig langsamer steigen als die Kosten, werde man nicht profitabel werden. Man werde voraussichtlich weiter Verluste einfahren und könne nicht garantieren, in Zukunft profitabel zu arbeiten oder, falls doch, profitabel zu bleiben.

Und das ist noch lange nicht alles. Da die Datenbankplattform das einzige Produkt sei, sei deren Kundenannahme kritisch für das Geschäft. Einige Faktoren unterliegen dabei nicht der Kontrolle der Mongo-DB-Macher, etwa die Marktakzeptanz bei den Entwicklern, die Verfügbarkeit der Community-Version von Mongo-DB. Man habe ernsthafte Konkurrenz durch relationale und nicht-relationale Datenbanken und Cloudanbieter wie AWS und Google. Es sei unklar, ob die Nutzer der freien Mongo-DB später auch Kunden werden. Es könne sich negativ auswirken, wenn sich die GNU AGPLv3 und andere Lizenzen vor Gericht nicht durchsetzen lassen. Der Community-Server könnte das Geschäft schädigen, der integrierte Code von Drittanbietern könnte Probleme bereiten.

Auch signifikante Sicherheitsverletzungen, technische Probleme und Unterbrechungen im Betrieb listet die Firma als mögliche Beeinträchtigungen auf. Dazu zählt auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. "Wenn unsere Sicherheitsmaßnahmen und die unserer Service Provider durchbrochen werden oder auf anderen Wegen Zugang zu privaten oder proprietären Daten erlangt wird, wird unsere Software womöglich als unsicher wahrgenommen [...]".

Tatsächlich machte Mongo DB in letzter Zeit vor allem mit Sicherheitsproblemen von sich reden, die aber überwiegend auf einen falschen Betrieb zurückzuführen waren. Viele Admins hatten ihre Mongo-DB-Datenbanken einfach schlecht abgesichert. Sie waren über das Internet erreichbar, was Hacker auf den Plan rief, die die Daten der veralteten und fehlerhaft konfigurierten Datenbanken stahlen, um die Betreiber anschließend für die Rückgabe zahlen zu lassen.

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