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Microsoft macht Office-Dokumentformate zugänglicher

Microsoft will den Zugang zur technischen Dokumentation für ältere Office-Formate erleichtern und ein Open-Source-Projekt ins Leben rufen, um die Binärfomate in Open-XML abzubilden.

Der Zugang zu den Binärformaten der älteren Microsoft-Büroanwendungen Word, Excel und Powerpoint soll künftig einfacher werden. Mit einer neuen Regelung reagiert das Unternehmen auf Nachfragen im Zusammenhang mit dem Standardisierungsprozess für das hauseigene Format OOXML. Nachdem OOXML in der ersten Abstimmung gescheitert war, kann Microsoft in einer zweiten Chance auf die zahlreichen Kommentare der Abstimmungsberechtigten reagieren. Ende Februar steht das Format erneut zur Abstimmung. Der Microsoft-Mitarbeiter Brian Jones ist mit dem Projekt betraut und führt einen Blog, in dem er über den Fortgang seiner Arbeit bei der ECMA (European Computer Manufacturers Association) berichtet. Er schreibt: "Es gab einige Kommentare von nationalen Abstimmungsberechtigten, die nach der Dokumentation der Binärformate von Office fragten und der Zugänglichkeit dieser Dokumente. (...) Nach den Rückmeldungen hat sich Microsoft entschlossen, einige zusätzliche Schritte in diesem Bereich zu unternehmen." Er kündigt an, dass die Dokumentation für die binären Dokumentformate unter den Bedingungen des "Open Specification Promise (OSP)" zugänglich gemacht werden. Die OSP dient dem Zweck, Drittanbietern den Zugang zu Microsofts Technologie zu verschaffen, damit diese eigene Software hierfür schreiben können. Dieser Zielgruppe verspricht der Konzern, dass diese keine Klagen wegen Patentverletzung zu fürchten hätten.

Jones stellt es so dar, als sei die Dokumentation bereits seit 2006 gebührenfrei für jedermann per Mailanfrage bei Microsoft zugänglich. Hierzu verweist er auf eine Supportseite des Unternehmens. Hunderte von Unternehmen hätten davon bereits Gebrauch gemacht, ebenso wie Regierungsstellen. "Der neue Vorschlag, den wir (Microsoft) der ECMA TC 45 gemacht haben, ist dass wir nur die Notwendigkeit der E-Mail loswerden, und dass wir es zum direkten Download unter der OSP zur Verfügung stellen", schreibt er. Allerdings entspricht der freie Zugang nicht der bisherigen Firmenpolitik. Laut dem Text der Supportseite war es in jedem Fall eine Einzelentscheidung, ob Microsoft die Daten zur Verfügung stellte. Und in der Praxis wurde insbesondere Mitbewerbern der Zugang verwehrt, wie die Juristen-Webseite Groklaw auflistet.

Aus der Erklärung des Microsoft-Mitarbeiters wird bislang nicht ersichtlich, welche Versionen der Office-Dokumente mit den Endungen .doc, .xls und .ppt veröffentlicht werden sollen. Jones schreibt weiter, dass Microsoft ein Open-Source-Projekt finanzieren wolle, um eine Brücke zwischen den Binärformaten und Open XML zu schlagen. "Der Gedanke war, dass wir den Leuten am effektivsten helfen, wenn wir ein Open Source Translation Projekt ins Leben rufen, dass Binärdokumente (.doc, .xls, .ppt) in Open XML übersetzt", schreibt Jones.

Für den Import in das freie Dokumentenformat ODF gibt es bereits Plug-Ins. Jones verweist hier beispielsweise auf einen Beitrag von Sun. Über ein neues Projekt soll gleiches für das hauseigene Format OOXML möglich werden. Auf dem Open-Source-Portal SourceForge will Microsoft im Verein mit namentlich nicht genannten "unabhängigen Software-Verkäufern" ein Übersetzungsprojekt ins Leben rufen. Das Übersetzungsprojekt soll am 15. Februar 2008 unter der BSD-Lizenz freigegeben werden, gleichzeitig will Microsoft die Daten auf der Unternehmenswebseite zur Verfügung stellen.

In der Zwischenzeit verteidigt die ODF-Alliance, die Organisation hinter dem bereits zertifizierten ODF-Format, den Ruf des freien Dokumentformats. Nachdem eine Studie der Unternehmensberater Burton Group dem Microsoft-Format den Vorzug gab, bezeichnet die ODF-Alliance die Studie in einer Stellungnahme als unausgewogen und liefert auf neun Seiten Gegenargumente.

(Britta Wülfing)
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