Open Source im professionellen Einsatz

Microsoft konkurriert mit Open Source in Kataloniens Schulen

20.02.2009

Steve Ballmers Deal mit der katalanischen Regierung hebelt die bestehende Open-Source-Strategie aus.

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Höchstpersönlich besiegelte Steve Ballmer einen Deal mit dem katalanischen Präsidenten José Montilla. Laut diesem versorgt der Konzern die Schulen Kataloniens zukünftig mit PCs mit Touch Screens und bietet zugleich Projekte an, um den Schülern und Lehrern die proprietäre Software näher zu bringen. Als erste Amtshandlung spendiert Microsoft der Stadt Lleida einen neuen Computerraum, detailliertere Zahlen liegen uns noch nicht vor.

Nicht eingeweiht in das Geschäft waren offenbar die Open-Source-Entwickler, die mit offiziellem Regierungsauftrag daran arbeiten, Schulen von proprietären Softwarelizenzen zu befreien. "Wir wurden nicht konsultiert und sind nicht in das Abkommen involviert." gibt Francesc Busquets, ein Open-Source-Entwickler der Regierung zu Protokoll. "So weit wir wissen, gibt es keine Veränderungen in der Strategie, GNU/Linux in Kataloniens Schulen zu bringen."

Kataloniens Erziehungsminister Ernest Maragall hatte im April 2008 angekündigt, dass hunderte Schulen auf GNU/Linux wechseln werden. Als einen der Hauptgründe für den Wechsel nannte der Minister damals die illegale Nutzung proprietärer Software.

Microsofts Angebot umfasst auch die Schaffung von virtuellen Communities. Die sollen über Microsoft Live@Edu-Plattform entstehen und mit personalisierten E-Mail-Accounts aufwarten. Zugleich behauptet der Konzern, die erstellten Inhalte seien nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gekoppelt. Aufgrund der Bindung an Microsoft-Dienste, der von Microsoft organisierten Fortbildungen und der bisher eher schlechten Linux-Unterstützung für Touch Pads dürfte sich Windows als Betriebssystem anbieten.

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