Open Source im professionellen Einsatz

Newsletter abonnieren
Seite durchsuchen

HEFTARCHIV | NEWS | E-BIBLIOTHEK | VIDEO | BLOGS | WHITEPAPER | EVENTS | ACADEMY | ABO | SHOP

user friendly

  Home  »  NEWS  »  Microsoft-Patentstreit mit Tomtom als Probe auf's Exempel  

RSS-Feed der aktuellen News von Linux-Magazin Online Folgen Sie Linux-Magazin Online auf Twitter
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark

Microsoft-Patentstreit mit Tomtom als Probe auf's Exempel

Die aktuelle Patentklage von Microsoft gegen den Navigationssoftware-Hersteller Tomtom sorgt im Open-Source-Lager für Aufregung, könnte dies doch der Beginn einer Klagewelle des Konzerns sein, der sich gegen Linux richtet.

Drei der fünf Patenteansprüche, um die es in dem Rechtsstreit zwischen Microsoft und Tomtom geht, betreffen Linux-Technologie. In der Open-Source-Gemeinschaft sorgte der Konzern in der Vergangenheit wiederholt für Ärger mit seiner Behauptung, Linux und Open Source verstoße gegen rund 230 Patente von Microsoft. Schließlich ist dies auch Teil der Vertragsgrundlage für die Kooperationsvereinbarungen mit Novell, Xandros und anderen Herstellern. Kein Wunder, dass die Klage trotz Microsofts jüngsten Bemühungen um Open Source zu Unruhe führt.

Jim Zemlin, Geschäftsführer der Linux Foundation, will die Gemüter beruhigen. Seinen aktuellen Blogeintrag betitelt er: „Calm down, hope for the best, plan for the worst“ (Ruhe bewahren, auf das Beste hoffen, auf das Schlimmste vorbereitet sein). Er vertritt zunächst den Standpunkt, die Klage sei zunächst einmal eine Patentklage von vielen und betreffe nur die beiden Firmen und GPS-Karten-Software. "Man sollte hier keine Mutmaßungen über die Reichweite des Falls anstellen, und ob er überhaupt Linux-Technologien betrifft“, so Zemlin. Der Microsoft-Vizepräsident Horacio Gutierrez, zuständig für Lizenzen, habe bereits dementiert, dass sich die Klage gegen Linux richte. Ansonsten hofft Zemlin auf die Einsicht von Seiten Microsofts, "dass Fälle wie dieser die Software-Industrie nur belasten und nicht im Interesse der Kunden sind.“

Falls die Klage eine andere Wendung nehmen sollte, sieht Zemlin die Stiftung gut vorbereitet: „Die Linux Foundation arbeitet eng mit unserem Partner, dem Open Invention Network und unseren Mitgliedern, und ist gegen jegliche Ansprüche gegen Linux gut vorbereitet.“

Auch Pamela Jones, Betreiberin der Juristen-Plattform Groklaw, nimmt zu dem Rechtsstreit Stellung:"Für den Moment beschränke ich mich nur auf zwei kurze Worte: Denkt (an) Bilski.“ Hiermit bezieht sie sich auf das Urteil eines US-amerikanischen Gerichts im Herbst, das als richtungsweisend für die Vergabe von Software-Patenten betrachtet wird. Sie sieht den Rechtsstreit als Chance, die Frage der Patentierbarkeit von Software endgültig zu klären. Jones schreibt: "Sind Microsofts FAT-Patente 'Hardware'-Patente? Nein. Was verleitet also zu der Annahme, dass sie in der Nach-Bilski-Welt tatsächlich Gültigkeit haben?“ Anders als der Geschäftsführer der Linux Foundation rechnet sie jedoch nicht mit Einsicht in Redmond. Sie schreibt: "An alle die, die darauf bestehen, dass sich Microsoft gebessert hat, und dass es genau wie jede andere Firma behandelt werden und an Linux-Konferenzen teilnehmen sollte und all das Blablabla [...], fragt euch selbst: Hab ich den Verstand verloren?“

Trotz der Microsoft-Bekundungen, sich für Open Source zu öffnen und die Zusammenarbeit voranzutreiben, machte nicht zuletzt die Aussagen von Steve Ballmer auf einer Investorenkonferenz deutlich, dass der Konzern Linux als starke Konkurrenz sieht.

(Britta Wülfing)
Diesen Artikel druckenDiesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel kommentieren Newsletter abonnieren
Share/Bookmark
Ähnliche Artikel
Aus Microsoft gegen Tomtom wird Open Source gegen FAT
Linux Foundation: Mitleid mit Microsoft
Red Hat-Einigung mit Firestar schützt auch Sun und Novell
US-Gericht: Neue Bewertungsgrundlage für Softwarepatente
Linux Foundation ernennt Ted Ts’o zum technischen Leiter
Microsoft patentiert "sudo"
Whitepaper
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research

Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele

Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.

Download PDF (Registrierung erforderlich)
Kommentare (3)
von
Microsoft-Hasser,
01.03.2009 00:51
Weg mit FAT!
Ist das wirklich ein Problem? Linux hat doch genug Dateisysteme. Also Schluß mit der FAT-Unterstützung! Wenn Microsoft so will, dann kostet FAT-Support in Zukunft eben extra!
von
Ray,
28.02.2009 14:21
Freiheit verteidigen!
Ich werde mich für GNU/Linux einsetzen mit allen Mitteln. Wir müssen unsere Freiheit verteidigen. Ich solidarisiere mich mit TomTom. Linux ist schon lange nicht nur Software, es ist ein Gedanke, eine Kultur, eine Lebenseinstellung. Im Gegensatz zu Propriäterer Software wächst freie Software rasent schnell und wird immer schneller. Keiner wird mir und anderen jemals das Recht von freier Software nehmen.
von
Zettmaster,
28.02.2009 13:07
Microsofts Hintergedanken
Hallo,

Im Grunde steckt nur eines dahinter, kooperieren, Patentierten Code ins freie Lager zu schleusen, Kunden abhängig machen (mono,Moonlight) und dann alles zu Boden klagen.

Solange es Microsoft mit Monopolausnutzung an der Marktmacht positioniert ist, werden keine anderen Technologien geduldet und seien sie 10 mal inovativer.

Microsoft behindert den Fortschritt in der Betriebssystem Welt.

Jeder Hersteller von Hardware könnte mit Linux Systemen untereinander konkurieren und profitieren (5sec Bootzeit, trotz gleicher Programmvielfalt und Plattformunabhängigkeit usw...)

Mit freundlichen Grüßen
Enrico