Die Ankündigung kam nach diversen Blogeinträgen, in denen die Redmonder bereits Anfang dieses Jahres Unterstützung für Centos angekündigt hatten, jedoch nicht wirklich überraschend und wird von den meisten Analysten mit deutlicher Zurückhaltung aufgenommen. Zu stark sei die Stellung VMwares auf dem Virtualisierungsmarkt, zu wichtig die Interoperabilität in den Clouds, als dass sich Microsoft dem entziehen hätte können.

Rabellino, der auch Open-Source-Botschafter von Microsoft ist, selbst sieht das naturgemäß anders: "Die Welt verändert sich, und Microsoft mit ihr", kündigt er seine Keynote (Video auf Youtube) an, in der er nicht müde wird, zu beteuern: "Microsoft ist offener als Sie glauben". Geht es nach ihm, dann hat sich der Redmonder Riese in den letzten Monaten und Jahren der Open-Source-Gemeinde geöffnet. Rabellino stammt nach eigener Aussage aus der Welt der freien Software, er ist auch Vize Präsident der Apache XML Project Management Committee und listet als Beleg für die Öffnung Microsofts jüngste Open-Source-Projekte auf: Orchard verteilt Applikationen und Komponenten für ASP.NET, Nuget ist ein .NET-, Coapp ein Windows-Paketmanager zur Verteilung von Software.

Für Rabellino ist denn auch die Öffnung zu RHEL und Centos nur ein logischer Schritt, den das ebenfalls in der Keynote erstmals vorgestellte Open-Surface-Modell von Microsoft mitbringt. "Offene APIs, Protokolle, Standards, und viel, viel Open Source" gruppieren sich da nach der Vorstellung der Redmonder um einen Kern, der auch "kommerzielle Software" sein kann und nicht zwingend frei sein muss. Dementsprechend gäbe es ab sofort auf Windows Server Hyper V auch den Interoperability Support für die beiden Plattformen, außerdem eine neue Version der Integrationssoftware Linux Integration Services Version 3.1 for Hyper-V. Nach dem Wunsch von MS würden dann Windows und Hyper-V die (geschlossene) Plattform für vielerlei Open-Source-Entwicklungen.