Open Source im professionellen Einsatz

Mandriva sucht Freunde

22.05.2012

Das durch Finanznöte ins Trudeln gekommene Unternehmen Mandriva SA plant nach einer Finanzierungsrunde einen Neuanfang und sucht Kooperationspartner und Helfer, unter anderem beim Mageia-Projekt. Beim Mandriva-Ableger Mageia ist man darüber nicht in Jubel ausgebrochen.

283

Im Mandriva-Blog schreibt der Leiter des operativen Geschäfts, Jean-Manuel Croset, dass das französische Unternehmen sich künftig von der One-Size-Fits-all-Strategie abwenden will, hin zu einem differenzierten Angebot. Das bestehe dann aus Desktop und OEM-Produkten, die man mit dem in Gründung befindlichen Mandriva Linux stemmen will. Die Server-Produkte wiederum sollen in enger Zusammenarbeit mit dem Mageia-Projekt entstehen. Die von Croset genannten Kooperationen sollen regelmäßig auf ihre wirtschaftlichen, technischen und strategischen Aspekte abgeklopft werden.

Das zu gründende Mandriva Linux soll als eine Art organisatorischer Arm der Firma Mandriva SA dienen. Das notorisch in Geldnöten befindliche Unternehmen hatte sich erst vor kurzem den Fortbestand durch einen Finanzierungsrunde gesichert. Mandriva SA hat während der Querelen um die Finanzierung seine Linux-Distribution stark vernachlässigt. Der Schritt in Richtung Mageia, einem Mandriva-Fork, dürfte deshalb in der Anfangsphase wohl eher ein Nehmen als ein Geben sein. Croset bleibt ein Statement zur Bereitschaft des Mageia-Projekts zur Zusammenarbeit schuldig.

Mageia selbst allerdings hat sich dazu geäußert und lehnt eine Zusammenarbeit in Form der Organisation Mandriva Linux ab. Über den genauen Inhalt der Gespräche mit Croset habe man Stillschweigen bewahrt, heißt es im Mageia-Blog. Fest stehe aber: Man wolle unabhängig von kommerziellen und strategischen Belangen arbeiten. Dem Ansinnen Mandrivas, einen Server-Ableger auf Mageia aufzubauen, steht das Projekt hingegen wohlwollend gegenüber. Betont allerdings, dass es auch hier Regeln gäbe und die heißen: "Mageia heißt Beteiligungen von allen Einzelpersonen und Firmen willkommen, solange sie sich an die Regeln des Projektes halten. Mageia hat eine fest definierte Führungsstruktur und Organisation und es gibt keine Pläne, diese zu ändern! Mageia ist unabhängig von jeglicher Firma!"

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Ausgabe 10/2014

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook