Mandriva mit Umsatzanstieg und Verlusten
Das Geschäftsjahr 2007 des französischen Linux-Distributors Mandriva hat ausnahmsweise fünfzehn Monate. Grund: Das Unternehmen will künftig sein Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr in Übereinstimmung bringen, und die Daten mit den Zukäufen Conectiva, LinBox und Edge IT konsolidieren.
Bisher lief das Geschäftsjahr von Oktober bis September, ab 2008 soll die finanzielle Zeitrechnung von Januar bis Dezember gehen. Obwohl das Unternehmen für die einzelnen Quartale 2007 jeweils Umsatzsteigerungen ausmacht, beträgt der Gesamtumsatz für fünfzehn Monate "nur" 5,77 Millionen Euro, so die Wortwahl des Unternehmens in der Pressemeldung zum jüngsten Quartalsbericht. Verglichen mit 5,66 Millionen in zwölf Monaten 2006 wird die Enttäuschung verständlich. Die Quartalsergebnisse beinhalten die Zahlen von Mandriva SA, der französischen Tochter Edge IT, von der brasilianischen Tocher Conectiva und der neuen französischen Niederlassung Linbox FAS, seit 1. Juni 2007 Teil des Unternehmens. Vergleicht man die ersten 12 Monate 2007 mit den Zahlen des Geschäftsjahres 2006, ergibt sich ein Umsatzrückgang von 1,39 Millionen. Zumindest in Teilen macht der Geschäftsbericht den Wegfall eines Beratungsvertrags mit der brasilianischen BenQ-Niederlassung verantwortlich, die in dieser Zeit Konkurs gegangen war. Die Ausgaben konnten im gleichen Zeitraum von 8,69 Millionen auf 7,33 Millionen reduziert werden, der Nettoverlust für die ersten vier Monate 2007 beträgt 3,18 Millionen Euro.
In den letzten drei Monaten 2007, von Oktober bis Dezember 2007 sind Mandrivas Umsätze auf 1,50 Millionen Euro leicht gestiegen, verglichen mit dem Vorjahresquartal mit 1,25 Millionen Euro. Dies ist ebenfalls mehr als in den vorangegangen Monaten Juli bis September mit 1,13 Millionen Euro. Der Geschäftsbericht schlüsselt die Zahlen für das quasi "fünfte Quartal" auf: Rund 680.000 Euro kamen aus der Geschäftseinheit für Unternehmenssoftware. Mandriva macht hierfür erste Verkäufe der neuen Unternehmenssoftware mit Namen Pulse verantwortlich, aus Folgegeschäften mit Wartung und Support stammen 31 Prozent. Aus Händlergeschäften, dem Franchise-Netzwerk und dem brasilianischen Ableger flossen rund 440.000 Euro in Mandrivas Kassen. In der Wortwahl der Quartalsmeldung klingt die Enttäuschung durch: Die Umsätze aus dem Community-Geschäft bleiben mit rund 380.000 Euro "unter den Erwartungen".
Der Konzern ist seit geraumer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Mit umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen und weiteren Finanzspritzen durch Investoren wurden Rettungsmaßnahmen ergriffen; die 15-monatige Finanzperiode von Oktober 2006 bis Dezember 2007 soll nun die Kosten für die Restrukturierung widerspiegeln. Unternehmenschef Francois Bacilhon sah im August 2007 die Trendwende (Linux-Magazin Online berichtete), die von den Zahlen bislang nicht in vollem Umfang bestätigt wird. Trotz der durchklingenden Enttäuschung betont der Quartalsbericht, dass die Ergebnisse den Erwartungen entsprechen, die Voraussetzung für die Investition im dritten Quartal durch Occam gewesen seien. Mit der neuen Software Pulse, der vollständigen Integration von Linbox und der neuen Strategie im Privatkundengeschäft will das Unternehmen nun endgültig positive Ergebnisse ansteuern.





