Sollte keine spontane Finanzierungslösung gefunden werden, so Loucougain in dem Schreiben, werde er Mandriva am 16. Januar für bankrott erklären. Mandriva hatte versucht, verschiedene Vorschläge der Rekapitalisierung bei den Anteilseignern durchzuboxen, so Loucougain. Alle diese Vorschläge seien von der Linlux SARL, einem Aktionär mit einem Anteil von 42 Prozent abgeschmettert worden. Ein weiterer Großaktionär, die Townarea Trading und Investment Limited, wäre bereit, eine Finanzierungsrunde zu tragen, notfalls auch alleine. Die Rede ist dabei von 4 Millionen Euro. Allerings setzt man bei Townarea Trading und Investment Limited voraus, dass Linlux SARL dem Vorschlag zustimmt. Ohne diese Zustimmung, so schreibt Dominique Loucougain, sei eine Finanzierung über den Januar 2012 hinaus nicht gesichert.

Das französische Mandriva befindet sich fast schon notorisch in Finanznöten, gilt aber in der Branche auch als Stehaufmännchen. Zuletzt hatte der damalige Mandriva-Chef Arnaud Laprévote im Sommer 2010 eine drohende Insolvenz gemeldet. Zwei Jahre zuvor, im Sommer 2008 war Mandriva laut dem damals frisch eingestellten CEO Hervé Yahi ebenfalls in Schwierigkeiten.