Open Source im professionellen Einsatz

Maker Faire Berlin 2017: Bastelmasse

12.06.2017

Bei schönstem Wetter trafen sich am Wochenende in Berlin rund 15 000 Besucher auf der Maker Faire, einer Messe, die das Selbermachen in den Mittelpunkt stellt. Open Source spielt in diesem Bereich eine tragende Rolle.

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Gegen 10 Uhr öffneten sich die Türen zu den Hallen, in denen am 10. und 11. Juni hunderte von Ausstellern ihre Exponate zeigten. Zahlenmäßig strömten laut den Veranstaltern ähnlich viele Menschen auf die Maker Faire wie im Vorjahr, insgesamt 15 200. Letztes Jahr waren es 17 500, bedingt durch den Schülertag für Schulklassen, der in diesem Jahr nicht statt fand.

Die Maker Faire fand in der Station Berlin statt, 70 Prozent der Projekte sollen laut Konzept nicht-kommerziell sein.

Hinter der Maker Faire steht die Maker Media GmbH, die zum Heise-Verlag gehört. Die Messe soll Bastler aus allen möglichen Bereichen zusammenbringen, seien es klassische Elektronik, Wearables, Drohnen, 3-D-Druck, Recycling, Upcycling oder Roboter. Dementsprechend traf sich in der Berliner Station ein bunt gemischtes Völkchen.

Die Veranstalter streben dabei an, 70 Prozent nicht-kommerzielle Aussteller einzuladen. Die restlichen 30 Prozent gehen an die Sponsoren, die neben den Eintrittsgeldern die Finanzierung tragen. Befragt nach den Neuerungen in diesem Jahr, verwies Community-Manager Philip Steffan auf die Biotech-Maker, die etwa Labormaterial zur DNA-Extraktion selbst herstellen. Auch die Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft hätten eine tragende Rolle gespielt.

Laut Community-Manager Philip Steffan setzte die diesjährige Maker Faire Berlin einen Fokus auf Nachhaltigkeit.

Allerdings gab es auch etliche Projekte, bei denen man den Herstellern ansah, dass sie einfach Spaß an der Sache hatten. Dazu dürfte etwa der R2-Builders Club gehören, in dem sich R2D2-Fans versammeln, um ihren Lieblingsroboter aus Star Wars in Originalgröße und mit Sound- und Bewegungssystem nachzubauen. Ein Upcycling-Projekt kippte einfach einen Haufen Elektronikschrott und anderen Plastikmüll auf einen Tisch und ließ Kinder daraus neue Dinge zusammen löten, etwa Ringe und Halsketten. Ebenfalls für Kinder bot das Happylab verschiedene Workshops an, um etwa Platinen zu löten und Stofftaschen zu bedrucken.

Zahlreiche Workshops, im Bild der von Happylabs, richteten sich auch an Kinder.

Freunde des freien Betriebssystem kamen ebenfalls auf ihre Kosten. So stellte die britische Firma Ceed ihre Raspberry-Pi-basierten Laptops und Desktops vor, die sie vor allem an Schulen verkaufen möchten. Die erinnern nicht nur farblich an das OLPC-Projekt, laufen auf Raspian und bringen einen LXDE-Desktop mit. Zerocad ist ein Chipflasher für Core- und Libreboot-fähige Rechner, dessen Hardware auf dem offenen Mikrocontroller Parallax P8X32A basiert. Entwickler Kai Mertens bot vor Ort auch Kits zum Eigenbau an. Nicht zuletzt vertrat die FSFE an einem eigenen Stand die Interessen der Free-Software-Community.

Die britische Firma Ceed bietet Laptops und Desktops auf Basis des Raspberry Pi (2 & 3) an.

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