Für diese recht drastische Maßnahme nennt Mitchell Baker, die Vorsitzende der Mozilla-Stiftung, gleich mehrere Gründe in ihrem Blog. So seien die Thunderbird-Anwender mit dem bisherigen Funktionsumfang zufrieden, die Funktionen in Thunderbird somit ausreichend. Zudem hätte Mozilla es nicht geschafft, mit ihrem E-Mail-Client neue, innovative Impulse bei der Internetkommunikation zu setzen. Baker bemängelt auch das fehlen einer wachsenden, aktiveren Mitarbeiter-Basis, einzige Ausnahme wären die engagierten Übersetzerteams. Abschließend würden heutzutage auch immer häufiger Webmail-Dienste genutzt. Das Thunderbird-Team sei daher der Meinung, dass für ihr E-Mail-Programm nur noch die Stabilität im Vordergrund stehen würde.

Als Konsequenz schlägt die Mozilla Foundation ein neues Entwicklungsmodell vor. Demnach liefert Mozilla selbst nur noch Sicherheitsaktualisierungen und Fehlerkorrekturen. Neue Funktionen sollen Freiwillige aus der Nutzergemeinschaft beisteuern können. Die Mozilla Foundation finanziert weiterhin ein kleines Entwicklerteam und stellt die nötige Infrastruktur.

Im November erscheint noch eine letzte neue Thunderbird-Version mit Langzeitunterstützung (Extended Support Release, ESR). Danach gibt es dann alle sechs Wochen Sicherheitsupdates, zumindest für ein Jahr. Diese Aktualisierungen gelten dann auch für das normale Thunderbird. Wie es anschließend weitergeht, steht noch nicht fest.

Nach Angaben der Mozilla Foundation hat Thunderbird weltweit um die 20 Millionen Nutzer.