Open Source im professionellen Einsatz

Logan CIJ Symposium 2016: Hacker meets Whistleblower

11.03.2016

Neben Edward Snowden und Julian Assange sind auf dem Logan CIJ Symposium bekannte NSA-Whistleblower zu Gast. Die Veranstaltung bringt Berlin zurzeit Whistleblower, investigative Journalisten, Aktivisten und Hacker zusammen - und Tor, Tails, Qubes und PGP.

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Für investigative Journalisten ist es eine traurige Wahrheit, sie werden heute mehr überwacht, denn je. Das wichtige Ziel, die Quellen zu schützen, lässt sich immer schwieriger realisieren. Auch deshalb trifft man auf dem Logan CIJ Symposium, das die Logan-Stiftung und das Center for Investigative Journalism (CIJ) organisieren, nicht nur Journalisten, sondern auch zahlreiche (Open-Source-)Hacker, die etwa an Tails, Tor und Qubes arbeiten. Sie wollen den Journalisten eine halbwegs sichere Arbeitsumgebung bieten.

Die Veranstaltung im Berliner BCC läuft noch bis morgen. Julian Assange will sich heute Abend zuschalten, morgen wird Edward Snowden mit den Besuchern reden. Wer meint, die Besucher rennen den Veranstaltern die Bude ein, wird enttäuscht: Trotz prominenter Besetzung blieben viele Plätze leer. Das ist keine gute Nachricht, denn, wie insbesondere der Whistleblower Duncan Campbell warnte, wird das Thema Massenüberwachung zunehmend virulenter, insbesondere in Großbritannien.

Er zeigte, dass sich seit den Snowden-Enthüllungen wenig geändert habe, im Gegenteil, die Überwachung nehme zu. Das scheint auch noch nicht bei allen Journalisten angekommen zu sein. Spiegel-Mitarbeiter Holger Stark berichtete, dass trotz einer aufgeflogenen Abhöraktion des Berliner Spiegelbüros zahlreiche Mitarbeiter noch immer auf Verschlüsselung verzichten. Auch deswegen dürften Veranstaltungen wie diese noch eine Weile notwendig sein.

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