Linuxtag 2013: Deployment für Profis mit Yadt
Immer wieder zieht es auch Unternehmen auf den Linuxtag, die ihre Open-Source-Ansätze vorstellen, so etwa das Berliner Unternehmen Immobilienscout 24. Das stellt hier sein selbst entwickeltes Deployment-Tool Yadt vor.
Die letzten beiden Jahre habe das Thema DevOps auf der Tagesordnung gestanden, nun sei es das eigene Open-Source-Deployment-Tool Yadt, erzählt Schlomo Schapiro, seines Zeichens Systemarchitekt bei Immobilienscout 24 und erklärter Open-Source-Enthusiast. Die Firma hat ein eigenes Tool entwickelt über das sich Konfigurationen, Anwendungen und Infrastruktur der Webseiten in RPM-Pakete verpacken und - nach einigen Tests - auf die Server der Firma ausliefern lassen.
Die Administratoren setzt dabei auf eine dreiteilige Struktur aus Entwicklungs-, Deploy- und Produktionsservern. Eine Continuous-Integration-Software baut die RPM-Pakete aus Software, die in den Subversion-Repositories wartet. Die Module der Webseite würden kontinuierlich aktualisiert, die darunterliegenden Systeme ebenfalls, erklärt Schapiro.
Das war nicht immer so: Der Open-Source-Ansatz, die Vorträge auf Veranstaltungen wie dem Linuxtag und vor allem die Automatisierung sollen sicherstellen, dass das System nachhaltig funktioniere und kontinuierlich gepflegt werde. Anders als früher bleibe man nicht mehr bei einer bestimmten Version von Tomcat, nur weil diese stabil laufe, denn auf diese Weise würde man die Probleme nur aufschieben. Beim Vorgängersystem sei die Entwicklung zudem irgendwann eingeschlafen, daher habe man Yadt von Grund auf neu geschrieben und halte die Enwicklung bewusst offen. Nicht nur die eigenen Mitarbeiter sollen das Tool verwenden, sondern auch andere Firmen - eine Behörde setze es intern bereits ein.
Warum greift die Firma nicht einfach zu Chef und Puppet, den gängigen Open-Source-Tools für massive Deployments? Natürlich werde man schräg angesehen, weil man die naheliegenden Open-Source-Tools ablehne. Aber diese seien für Immobilienscout 24 schlicht zu komplex, ihnen gehe es um Einfachheit. Die Open-Source-Alternativen bieten zwar für jeden Sonderfall eine Lösung an, aber das spiegele sich auch in der Komplexität der Tools wieder, welche die Firma in dieser Form nicht haben möchte. Neben Yadt haben die Immobilienscout-Entwickler auch ein Yum-Plugin für Nexus entwickelt und als Open-Source-Software veröffentlicht. Es richtet sich vor allem an Java-Entwickler, die Maven als Repository für RPMs verwenden möchten, auf das auch Yum zugreifen kann.





