Bisher blieb das Projekt Communtu von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Völlig zu unrecht - es handelt sich dabei nicht etwa um ein weiteres Ubuntu-Derivat, sondern um eine Plattform, die es erlaubt, eine Ubuntu-Distribution nach den eigenen Wünschen zu erstellen und abschließend als ISO-Image herunterzuladen. Das Projekt fußt auf Ruby on Rails und greift auf freie Software wie Mkisofs oder Apt-get zurück.

Till Mossakowski, einer der Gründer von Communtu.

Till Mossakowski, einer der Gründer von Communtu.

Dem Anwender stehen dafür so genannte Bündel als Auswahl zur Verfügung. Diese Metapakete bestehen aus einer Sammlung von Programmen einer bestimmten Kategorie, etwa Audio oder Video-Codecs. Es steht jedem Anwender frei, sein eigenes Bündel zu erstellen - das nach einer festen Registrierung auch in seinem Profil erhalten bleibt. Generell steht die Plattform aber auch unregistrierten Anwendern zur Verfügung. Diese erhalten dafür einen temporären Account, der nach einem Tag erlischt.

Dem Anwender stehen von 8.04 bis 11.04 alle gängigen Ubuntu-Versionen zur Auswahl bereit. Darüber hinaus wählt er zwischen verschiedenen Desktop-Varianten, etwa Ubuntu, Kubuntu oder Lubuntu, jeweils für die Plattformen i386 oder amd64. Die Paketauswahl berücksichtigt alle wichtigen Repositories, auch Non-OSS und Restricted.

Bislang beschränkt sich das Projekt auf die Integration zusätzlicher Pakete, eine weitere Ausbaustufe sieht aber auch vor, beispielsweise die Lokalisierung des Systems anzupassen.

Die webbasierte Oberfläche des Systembaukastens erlaubt nicht nur die Auswahl verschiedener Pakete sondern auch Architekturen und Versionen.

Die webbasierte Oberfläche des Systembaukastens erlaubt nicht nur die Auswahl verschiedener Pakete sondern auch Architekturen und Versionen.

Ein Problem, das auch andere Projekte dieser Kategorie plagt ist das Auflösen von Inkompatibilitäten und Abhängigkeiten. Mittelfristig will Communtu das Problem durch den Einsatz vonEDOS-Debcheck: EDOS-Debcheck besser in den Griff bekommen.

Zum offiziellen Launch im Oktober zur Ubucon stellen die Entwickler auch ein Feature bereit, das es ermöglicht, die Live-CD in einer auf KVM basierenden virtuellen Maschine Online zu testen.