Open Source im professionellen Einsatz

Linuxtag 2010: Wetab präsentiert samt Schnittstellen, Flash und Office

11.06.2010

Helmut Hoffer von Ankershoffen vom Berliner Unternehmen Neofonie hat das Linux-Internet-Tablet Wetab auf dem Linuxtag der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Der Neofonie-Chef schickte voraus, er sehe das Wetab nicht als I-Pad-Killer, eher als eine Alternative. Den im vollbesetzten Saal anwesenden Entwicklern versicherte er freien Zugang ohne Festlegung auf ein einziges SDK, für Content-Provider wie Verlage soll es ebenfalls faire Bedingungen geben. Daneben bedankte er sich bei den Kooperationspartnern wie beispielsweise Intel und Adobe.

Das Wetab verwendet ein Widescreen-Display, um Filme und Zeitschriften-Doppelseiten ansprechend darzustellen. Per HDMI-, SDKarten- sowie USB-Schnittstellen nimmt das Gerät Kontakt zur Außenwelt aus. In Sachen Usability ist das Gerät zum Halten in beiden Händen gemacht.

Das Wetab: Kein Killer sondern Alternative zum I-Pad.

Während das Gerät vor ihm auf dem Tisch lag, zeigte der Referent dem Publikum im Saal die Features in Videoclips auf dem Beamer. In den Demos waren Filmwiedergabe und eine Foto-Diaschau zu sehen. Daneben steckte von Ankershoffen auch einen USB-Stick in das Vorführgerät ein, der automatisch eingebunden wurde. Das Wetab-GUI zeigt die Applikationen und Applets wie etwa Newsticker wie auf dem Desktop eines normalen Rechners an. Selbst Open Office ist in einer normalen Linuxversion installiert. Der Anwendungsstore soll auch mehrere externe Stores integrieren.

Zur Telefonie nimmt das 3G-Gerät eine herkömmliche SIM-Karte entgegen. Laut dem Sprecher werden derzeit mehr 3G-Modelle als reine WLAN-Wetabs bestellt. Von Verlagen gesponserte Versionen seinen auch geplant, sagte der Neofonie-Mann.

Das Wetab besitzt eine Touchscreen, lässt sich aber auch an eine Dockingstation anschließen, das externe Maus und Tastatur anbindet. Auch eine Bluetooth-Tastatur lässt sich benutzen. Es soll möglichst breite Hardware-Unterstützung geben, Treiber müssen aber vom Hersteller zertifiziert werden.

Als Betriebssystem dient ein Linux-Kernel 2.6.33 mit vollem Multitasking, Benutzerdaten werden teils in einer lokalen Postgres-Datenbank gespeichert, teils in online verfügbare, Cloud-Speicher. Laufzeitumgebungen gibt es für das Android-API 2.0 (2.2 geplant), Adobe Air 2.0 und Silverlight. Lediglich die auf dem Desktop sichtbaren Widgets müssen das Wetab-Framework benutzen. Als GUI-Tookit sind Gtk.2.20 und Qt 4.7 an Bord. Der Browser ist derzeit ein Firefox, später soll es einen Webkit-Browser geben. Adobe Flash ist in Version 10.1 installiert. Als Videoplayer dient VLC, die Mails bearbeitet Thunderbird.

Ab Ende Juli gibt es ein Entwicklerprogramm. Als Kontakt für Interessierte Programmierer gilt bis dahin die E-Mail-Adresse "linux.apps@wetab.mobi". Zur Inbetriebnahme ist kein Computer erforderlich. Damit möchte der Anbieter auch eher computer-ferne Kundenkreise gewinnen.

Vorbestellungen für das Wetab laufen seit Ende April. Allgemein verfügbar wird das Produkt im September sein. Das Wetab gibt es zum Anfassen im weiteren Verlauf des Linuxtags am Stand der BeLUG (Halle 7.2a, Stand 102).

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