Um Utzschneider anzukündigen, setzte der Moderator höflich an: "Viele denken, es ist komisch, dass Microsoft hier ist. Ich denke, dass das nicht so ist..." Utzschneider unterbrach ihn und rief in sein Mikrofon: "Ich denke schon!" Selbstbewusst, gutgelaunt und mit Witzen gewürzt ("Eigentlich wollte ich meinen Vortrag '30 Gründe gegen Linux' nennen") zeigte er dann, wie "Microsoft und Offenheit" zusammengeht.

An 150 offenen Standards und Organisationen, argmentierte er, wirke Microsoft mit. Dazu zählen zum Beispiel das Wimax Forum, The Printer Network Groups, das W3C und UPnP. Angefangen hat das Windows-Unternehmen mit quelloffener Software laut Utzschneider, weil seine Kunden danach verlangt haben: "Wir wollen gemischte Umgebungen haben." Ein Ergebnis davon ist, dass Linux als virtueller Gast auf dem Windows-Server laufen kann.

Microsoft sei aber keine Open-Source-Firma, stellte der Amerikaner klar. Und beispielsweise Red Hat mit seinem Serverprodukt sei ein ganz normaler Konkurrent. Trotzdem würden auch viele Microsoft-Mitarbeiter quelloffene Software nutzen. Anhand der Downloadzahlen von Sourceforge zeigt Utzschneider, dass um die 80 Prozent der freien Software auf Windows läuft. "Diese Marktzahlen sind uns nicht entgangen", so der Microsoft-Mann. "Wir verstehen, dass quelloffene Software ein wichtiger Teil des Microsoft-Ökosystems ist."

Auch Microsofts Joomla- und Drupal-Engagement habe sich auf Anfrage ergeben. Sie haben gesagt, so Utzschneider, dass 80 Prozent der Server mit Windows liefen und sie ihre Suiten darauf laufen lassen wollen. Also erstellte Microsoft beispielsweise PHP 5.3 für Windows und den Web Platform Installer. Das ist eine Webseite, von der sich unter anderem Moodle, Wordpress und Drupal direkt auf den Windows-Server herunetrladen lassen. "Es hat einen Shift gegeben", stellt Utzschneider fest. "Wir gehen vorwärts."

Er zeigt aber auch, wo die Grenzen sind. Auf die Frage aus dem Publikum, ob Microsoft denn nicht an einer Linux unterstützenden oder zumindest plattformübergreifenden Treibersoftware entwickeln wolle, antwortete er: "Das ist Euer Job!"