Open Source im professionellen Einsatz

Linuxcon & Containercon Europe 2016: "Let's Open Source some stuff"

04.10.2016

"Open-Source-Zeug raushauen" gehörte zu den Auftaktübungen der Linuxcon Europe 2016, die heute parallel zur Containercon Europe in Berlin startete. Nicht eine, sondern gleich vier Keynotes, führten die Besucher an das Thema Container, Linux und Open Source heran.

539

Veranstaltet wird die Linuxcon Europe von der Linux Foundation. Insofern wundert es nicht, dass deren Chef, Jim Zemlin, die erste Keynote hielt. Im 25. Linux-Jahr sieht er die große Errungenschaft des Projekts vor allem darin, dass es zeige, dass man sich selbst verbessern könne, indem man die Situation für andere verbessere. Die Linux-, Open-Source- und Free-Software-Community müsse sich bewusst machen, dass sie mittlerweile am größten kollaborativen Stück Technologie der Geschichte arbeite.

Linux-Foundation-Chef Jim Zemlin eröffnete die Linuxcon Europe 2016 in Berlin (Bild: Kristian Kißling)

Container sind mittlerweile wichtig genug, um einen eigenen Teil der Konferenz zu bestreiten, die Containercon Europe 2016. Obwohl sie deutlich jünger als der Kernel sind, dürfen Docker und Co. bereits heute als Erfolgsmodell gelten. Dementsprechend rekapitulierte Docker-CEO Solomon Hykes noch einmal die Erfolgsgeschichte der Containerlösung. Man wolle mit Docker "das Internet programmieren" und es möglichst einfach machen, Dienste anzubieten. Zahlen gab es auch: Zwischen 2014 und heute sei die Zahl der Zugriffe auf das Docker Hub von einer Million auf 6 Milliarden Zugriffe angewachsen.

Docker-Chef Solomon Hykes traute sich an eine Live-Demo und gab live Infrakit als Open-Source-Projekt frei. (Bild: Kristian Kißling)

Diesen Erfolg habe das 250 Personen starke Unternehmen jedoch nicht allein geschafft, sondern nur mit Hilfe existierender Open-Source-Technologien. Docker orientiere sich in vielen Belangen am Kernel-Entwicklungsmodell, stelle aber die Distribution in den Vordergrund. In einer Live-Demo zeigt Hykes dann die neusten Errungenschaften, die Docker-Versionen für Mac und AWS. Beide Versionen seien nun nahtloser in die jeweiligen Umgebungen integriert.
Am Ende seines Vortrags veröffentlichte er mit Infrakit zudem ein Projekt live auf der Bühne als Open-Source-Projekt, ein kleiner Klick auf einen Github-Button genügte. Mit Infrakit erzeugen und verwalten Admins eine deklarative und selbstheilende Container-Infrastruktur.

Huawei, Intel und Anwälte

Doch auch andere Firmen blieben nicht untätig. Steven Tan und Cameron Bahar von Huawei redeten über Open SDS. Dabei handelt es sich um eine von Huawei und anderen in der Industrie initiierte Anstrengung, den Technologiedschungel im Bereich Software Defined Storage etwas zu lichten und zu ordnen. Noch immer müssten Admins beim Einsatz von Storage durch einige Reifen hüpfen, um den Transfer zwischen den verschiedenen existierenden Technologien (Container, VMs usw.) zu handhaben. Open SDS soll als Bindeglied zwischen verschiedenen Frameworks (Kubernetes, Mesos, Docker, Openstack) und den Storage Adaptern diverser Anbieter fungieren. Davon sollen Softwarearchitekten ebenso profitieren wie CIOs und Devops-Anhänger.

Huawei stellte Open SDS vor, das den Zugriff auf SDS vereinfachen soll. (Bild: Kristian Kißling)

Intels Graham Whaley Sr. stellte Clear Containers vor. Dank des Clearlinux-Projekts, das sich auf den Cloudeinsatz fokussiert, sollen Admins nicht mehr zwischen Containern und virtuellen Maschinen wählen müssen, sondern in der Lage sein, beide Technologien möglichst nahtlos miteinander zu verbinden. Das Ganze sei noch nicht reif für eine Demo, aber man freue sich über neue Mitarbeiter, kündigte Whaley auf der Bühne an.

Nicht zuletzt zeigte Jilayne Lovejoy, Principle Open Source Council bei Arm, dass sich Open Source nicht auf Technologie beschränken muss. Sie gehört zu einer Gruppe von Anwälten, die besser miteinander kooperieren wollen. Dazu haben sie das Open-Chain-Projekt ins Leben gerufen, dass Lovejoy dem Publikum in ihrer Keynote etwas näher bringen wollte.

Ähnliche Artikel

  • Die Keynote-Sprecher der Linuxcon Europe 2016 stehen fest

    Die Linuxcon Europe findet dieses Jahr in Berlin statt - gleichzeitig mit der Containercon -  und feiert das 25-jährige Bestehen von Linux. Nun stehen die Keynote-Sprecher fest.

  • Linuxcon und Co werden zum Open Source Summit

    Die Linux Foundation fasst die einzelnen Konferenzen Linuxcon, Cloudopen und Containercon künftig unter einer Konferenz, dem Linux Foundation Open Source Summit zusammen. Jedes Jahr soll es drei Ausgaben geben.

  • Programm von LiuxCon und ContainerCon in Berlin steht fest

    Die Linux-Foundation hat das Programm der von 4. bis 6. Oktober in Berlin unter einem Dach veranstalteten Konferenzen LinuxCon und ContainerCon bekannt gegeben. Am Freitag 7. Oktober gibt es noch ganztägige Tutorials zu besuchen

  • Keynotes für Open Source Summit Europe in Prag stehen fest

    Vom 23. bis 26. Oktober 2017 veranstaltet die Linux Foundation in Prag den Open Source Summit Europe. Er vereint ab sofort mehrere ehemals separate Konferenzen. Jetzt haben die Veranstalter die Vortragenden der Keynotes bekannt gegeben.

  • Linuxcon

    Auf der Linuxcon Europe Mitte Oktober in Berlin traf das Linux-Magazin unter anderem Kernelentwickler Greg Kroah-Hartman. Die Arbeit an Linux funktioniere nachhaltig, gab er zu Protokoll. Auf der zeitgleich stattfindenden Containercon kristallisierte sich als neue Vorliebe heraus, Container in schlanke VMs einzusperren.

comments powered by Disqus

Ausgabe 11/2017

Digitale Ausgabe: Preis € 6,40
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Artikelserien und interessante Workshops aus dem Magazin können Sie hier als Bundle erwerben.