Laut aktueller Verkaufszahlen aus Großbritannien konnte das freie Betriebssystem Linux seinen Marktanteil in den letzten Monaten drastisch steigern – zu verdanken ist das vor allem dem Boom der Mini-Laptops und Windows Vista.
Die Erkenntnisse führt das Marktforschungsunternehmen Context auf aktuelle Verkaufszahlen zurück, die das Unternehmen von britischen Großhändlern erhält. Hiernach sind die aktuellen Marktanteile von Rechnern mit vorinstallierten Linux-Systemen von nahezu „nicht existent“ mit 0,1 Prozent auf respektable 3 Prozent gestiegen – in nur achtzehn Monaten. Die Daten umfassen den Zeitraum Januar 2007 bis Anfang Juli 2008 und decken nach Auskunft der Marktforscher rund ein Drittel des britischen Marktes ab. Die Zahlen haben starken Fokus auf Unternehmensanwender, die nach Schätzung von Context rund 80 Prozent der hier erfassten Käufer ausmachen. Die Analysten haben für ihre Untersuchung die vorinstallierten Systeme nach Rechnertypen gegliedert: Die Verkäufe von Workstations, Desktops, Notebook und Tablet PCs werden separat erfasst.
Das Wachstum der verkauften Linux-Systeme beginnt laut Context mit der Veröffentlichung von Windows Vista – seitdem stiegen die Linux-Anteile kontinuierlich, im Mai 2008 fiel Hardware-übergreifend die Zwei-Prozent-Hürde. Zwar ist der Marktanteil von 93 Prozent für Microsoft nach wie vor überwältigend, jedoch ist der Schub der schlankeren Linux-Systeme insbesondere auf Notebooks beachtlich. Der Trend zu kleinen, preiswerten Laptops, auch als Netbook, Mini-Laptop oder ultramobile PCs vermarktet, verhilft dem freien Betriebssystem zu wachsender Popularität. Sowohl aus Kosten- wie aus technischen Gründen greifen Hersteller wie Acer, Asustek oder IBM/Lenovo zu Linux in verschiedenen Ausprägungen, und so verzeichnet die Context-Statistik im Juni 2008 bereits 4 Prozent Marktanteil für das freie Betriebssystem. Im direkten Vergleich hat Windows Vista auf den Notebooks stark zu kämpfen: Seit Februar 2008 fiel der Anteil der verkauften Systeme mit „Windows Vista Home Basic“ von 26,8 Prozent auf 16,3 Prozent Anfang Juli 2008.
Microsoft versucht bei den Hardware-Herstellern gegenzusteuern und bietet sein System zu Kampfpreisen an (Linux-Magazin Online berichtete), jedoch sehen beispielsweise Hardwarehersteller Intel und die Analysten der 451 Group auch die geringeren Anforderungen an den Speicher als Vorteil des freien Betriebssystems.
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Bei Geschäftskunden weiss ich es nicht, aber bei Privatkunden wird das vorinstallierte Linux ja gerne durch ein (nicht selten illegales) Windows ersetzt. Diverse Webstatistiken lassen auch den deutlichen Anstieg in 2008 erkennen, weisen aber Spitzenwerte um die 2% aus.
robart,
11.08.2008 10:51