Open Source im professionellen Einsatz

Linux in Deutschland auf Notebooks erfolgreich

06.08.2008

Der Boom der Linux-Mini-Laptops zeigt Wirkung auf dem deutschen Markt: Innerhalb von achtzehn Monaten konnte Linux seinen Marktanteil auf vorinstallierten Notebooks vervierzigfachen.

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Im Januar 2007 wurden in Deutschland gerade mal 0,1 Prozent aller Notebooks mit Linux als Betriebssystem ausgeliefert – hingegen war auf knapp 92 Prozent aller mobilen Rechner Software von Microsoft. Im Juni 2008 wurden rund vier Prozent der Laptops mit Linux vorinstalliert, die beiden Microsoft-Produkte Vista und XP kommen gemeinsam auf nur noch 88 Prozent Marktanteil. Diese Zahlen stammen vom Marktforschungsunternehmen Context, das hierfür die Verkaufsmeldungen von deutschen Großhändlern aus dem Zeitraum Januar 2007 bis Juni 2008 auswertet. Laut Auskunft der Marktforscher beteiligen sich die „wichtigsten deutschen Großhändler“ an der Umfrage, mit rund siebzig Prozent Geschäftskunden.

Ansteigende Formkurve: Linux kommt dank Mini-Notebooks in Fahrt.

Ähnlich wie bei den Marktzahlen aus Großbritannien (Linux-Magazin Online berichtete) begann die Erfolgsgeschichte mit der Veröffentlichung von Windows Vista. Das neue Betriebssystem aus Redmond konnte die Notebook-Hersteller nicht überzeugen: Rund eineinhalb Jahre nach der Vista-Premiere sind immer noch gut 17 Prozent der Rechner im Juni 2008 mit Windows XP vorinstalliert, nur 71 Prozent der aktuell verkauften Notebooks haben Vista auf der Platte. Die Verkaufszahlen des Betriebssystems aus dem Hause Apple blieben von der Vista-Premiere und dem Notebook-Trend nahezu unbeeinflußt: In Deutschland werden relativ konstant durchschnittlich vier Prozent der Rechner mit Mac OS X ausgeliefert. Im Mai 2008, kurz nach dem Verkaufsstart des Mini-Laptops von Asus mit vorinstalliertem Xandros Linux, überholte das freie Betriebssystem Apple und holte 5,5 Prozent Marktanteile.

Allerdings zeigen Microsofts Marketingmaßnahmen und Preisoffensiven bei Hardware-Herstellern erste Wirkung, so auch bei Asustek in Deutschland: Das Nachfolgemodell des EeePC, der Mitte August in die Geschäfte kommt, wird mit der Modellbezeichnung 901 nur mit einem Windows-Betriebssystem auf 12 Gigabyte Festplatte für 379 Euro angeboten. Der baugleiche Linux-Rechner erhält die Typbezeichnung 900 A und wird mit 8 Gigabyte Speicher und einem kleineren Akku ausgeliefert, soll dann allerdings nur 279 Euro kosten.

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