Linux-Verband und Lisog planen Fusion
Aus gut unterrichteten Kreisen im Umfeld von sowohl Linux-Verband (LIVE) als auch der Linux Solution Group (Lisog) verlauten Stimmen, die auf eine Vereinigung der beiden Interessenverbände hindeuten.
Beide Vorstände haben diesen Vorschlag erarbeitet und unterstützen diesen. Ziel des Zusammenschlusses soll eine einheitlichere Vertretung der Linux- und Open-Source-Unternehmen in Deutschland sein. In letzter Zeit hatte es seitens der Mitglieder vermehrt Kritik an der Arbeit beider Verbände gegeben, die jeweils versuchen, die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Politik und öffentlicher Wahrnehmung zu stärken.
Die Verbände bereiten derzeit eine Information ihrer Mitglieder vor, die auf den jeweiligen Mitgliederversammlungen über den Vorschlag beraten sollen. Eine Mitgliederversammlung der Lisog findet am 13. November in Stuttgart statt, die LIVE-Mitglieder werden anlässlich der Veranstaltung Synergie 2008 Mitte Januar zusammenkommen.
Im Gespräch ist, dass der Linux-Verband aus juristischen Gründen der Lisog beitritt, die daraufhin im Gegenzug ihren Namen in "Lisog LIVE Linux Verband" ändert. Der neue Vorstand bestünde dann aus den bisherigen Vorständen beider Verbände, bis eine erste gemeinsame Mitgliederversammlung eine neue Führungsriege wählt. Ziel sei es, zum Linuxtag 2008 im Mai die Fusion abgeschlossen zu haben und bereits gemeinsam aufzutreten, so Quellen aus dem Umfeld der Vorstände.
Der Linux-Verband wurde 1997 als erste deutsche Interessenvertretung für Linux-Unternehmen gegründet. In ihm sind rund 60 Unternehmen und Organisationen sowie knapp 90 Personen als Mitglieder vertreten. Die Schwerpunkte seiner Arbeit umfassen unter anderem die öffentliche Kritik an Softwarepatenten sowie das Eintreten für offene Standards. Der LIVE betreibt eine Reihe von Arbeitskreisen, darunter solche zum Thema Recht, Desktop, Embedded-Systeme und Zertifizierung. Vorsitzender des Vereins, der eine Geschäftsstelle in Berlin betreibt, ist Elmar Geese vom Bonner Softwareentwickler Tarent GmbH.
Die Linux Solution Group (Lisog) wurde 2005 von einer Gruppe von Unternehmen gegründet, die vornehmlich in Baden-Würtemberg angesiedelt sind. Ihre Geschäftsstelle befindet sich in Stuttgart und wird von der dortigen Wirtschaftsförderung, der MFG Baden-Württemberg betrieben. Die Lisog hat gut 80 Mitglieder, davon zwei Dutzend in Österreich und der Schweiz, wo die Lisog ebenfalls aktiv ist. Der Verband sieht sich selbst nicht nur als Interessenvertretung, sondern sah auch vor, Vorschläge zu so genannten Solution Stacks und Lösungsszenarien zu erarbeiten. Dazu wurden vier Arbeitsgruppen gebildet. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Karl-Heinz Strassemeyer von IBM.





