Open Source im professionellen Einsatz

Linux-Superrechner startet ins All

14.08.2017

Eine CR12-Rakete, entwickelt von Elon Musks Firma SpaceX, startet heute zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord hat sie unter anderem einen Supercomputer von Hewlett Packard Enterprise (HPE).

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In einem bisher einzigartigen Experiment sollen die Astronauten testen, wie sich der Supercomputer unter Weltraumbedingungen bewährt. Der Testzeitraum beläuft sich auf ein Jahr, was etwa der Reisezeit zum Mars entspricht. Gerade bei einer Expedition zum Mars würde es entscheidend sein, Berechnungen, die bislang nur auf der Erde durchgeführt werden konnten, vor Ort zu absolvieren. Wegen der großen Entfernung wäre nämlich die Laufzeit der Nachrichten zur Erde und zurück viel zu lang, um auf unerwartete Ereignise schnell reagieren zu können.

Der Spaceborne-Computer nutzt HPE-Apollo-40-Systeme mit einem Hochgeschwindigkeits-Interconnect und einem Linux-Betriebssystem. Um den besonderen Umgebungs- und Einsatzbedingungen Rechnung zu tragen, entwickelte HPE ein einzigartiges wassergekühltes Gehäuse für die Hardware und eine spezielle System-Software. Im Weltraum machen dem System beispielsweise Strahlung, Sonneneruptionen, subatomare Partikel, Mikro-Meteoriten, instabile Spannungsversorgung und irreguläre Kühlung zu schaffen. Computer-Systeme gegen diese Einflüsse physisch abzuhärten kostet Zeit, Geld und macht das System schwerer - deshalb fand HPE einen Weg, das System durch Software abzuhärten. Die System-Software von HPE steuert die Rechenleistung basierend auf den aktuellen Bedingungen und kann durch die Umgebung erzeugte Fehler lindern. Damit durchlief das System erfolgreich die 146 Sicherheitstests und Zertifizierungen, die die NASA-Zulassung benötigt.

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