Linux Foundation Collaboration Summit meldet Erfolge
20.06.2007
Als großen Erfolg wertet die gemeinnützige Linux Foundation die erste Tagung ihrer Mitglieder. An drei Tagen arbeiteten mehr als 230 Linux-Kernel-Entwickler und Persönlichkeiten der Open-Source-Szene an Projekten rund um das freie Betriebssystem.
Die technische Entwicklung war ebenso Thema wie rechtliche Fragen, Anforderungen der Anwender an das Betriebssystem oder die Portierung der Software für Distributoren.
Amanda McPherson, Marketingleiterin der Linux Foundation, tritt in ihrem Blog Spekulationen in Medienberichten entgegen: "Einige Presseberichte haben Microsoft als Auslöser oder Fokus des Treffens bezeichnet. Tatsächlich hatte die Tagung zum Ziel Linux voranzubringen und die technische Zusammenarbeit einfacher zu gestalten", stellt sie klar. "Nicht Zweck der Veranstaltung waren Verteidigungsstrategien wegen juristischer Drohgebärden von Mitbewerbern." Ohne Microsoft auch nur zu erwähnen, habe der Collaboration Summit konkrete Ergebnisse gebracht.
Die wesentlichen Ergebnisse fassen die Organisatoren zusammen: Passende Druckertreiber für Linux-Anwender ganz einfach - diesem Ziel ist das Open-Printing-Team näher gekommen. Letzte Woche hat die Linux Foundation das Entwicklungswerkzeug Linux Standard Base Driver Development Kit (DDK) veröffentlicht. Das Entwicklerteam will mit dem DDK die Entwicklung von Linux-Treibern erheblich vereinfachen. Eine wesentliche Neuerung: eine einheitliche Programmierschnittstelle (API) aus der Open-Printing-Datenbank unterstützt alle wichtigen Linux-Distributionen. Dank dieser neuen Schnittstelle soll im Drucker-Setup von Linux die Suche nach passenden Treibern automatisiert ablaufen, ebenso wie der Download. Dies soll auch dann funktionieren, wenn kein lokaler Treiber in der Distribution verfügbar ist.
Die Linux Standard Base Workgroup LSB hat den Teilnehmern der Konferenz ihre neueste Version des Test-Frameworks mit neuen, automatisierten Test-Toolkits für Distributoren und Entwickler vorgestellt.
Die neue Initiative Green Linux soll Servern, Desktops und mobilen Geräten das Stromsparen beibringen.
Mehr Gerätetreiber als für jedes andere Betriebssystem jemals meldet die Foundation für Linux. Als Erfolg wertet sie damit das umstrittene Angebot einiger Kernel-Entwickler, Gerätetreiber für Hardware-Hersteller kostenlos zu entwickeln. Einzelheiten dazu finden sich auf deren Projektseite. Bei dem Treffen wurde Hardware-Herstellern das Modell vorgestellt. Gleichzeitig wurde den Herstellern jedoch nahe gelegt, künftig quelloffene Treiber beizusteuern.
Mobiles Linux, die Regelung des Internetprotokolls Ipv6, rechtliche Fragen oder Behindertenfreundlichkeit der Software waren weitere Themen der Konferenz. Die Tagung soll künftig zwei Mal pro Jahr stattfinden, für März 2008 ist das nächste Treffen vorgesehen.
(Britta Wülfing)
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