Open Source im professionellen Einsatz

Linux 4.5 ist da

14.03.2016

Kernelchef Linus Torvalds hat Version 4.5 des Linux-Kernel veröffentlicht und damit zugleich den Startschuss für die nächste Kernelversion 4.6 gegeben.

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Linus habe über einen letzten Release Candidate nachgedacht, weil es in letzter Minute noch einige Baustellen gab, diesen dann aber doch verworfen und den Kernel nach einigen Test freigegeben. Neu sind der 3-D-Support für den Raspberry Pi, eine Powerplay-Funktion für den AMDGPU-Treiber und eine neue Version 2 der Cgroups.

Letztere sollen nach Änderungen im Bereich der Prozessgruppierung nun wesentlich konsistenter arbeiten. Die Powerplay-Funktion führt indes ein Powermanagement für den AMDGPU-Treiber ein. Dank ihm lassen sich die Grafikkarten auch unter Linux voll ausreizen. Broadcoms Open-Source-Treiber für die Videocore-GPU (VC4) bringt eine 3-D-Unterstützung mit, zudem kann der Raspberry Pi 2 nun auch mit einem Upstream-Kernel starten.

Kernel 4.5 bringt ansonsten initialen Code für Kabylake mit, Intels Skylake-Nachfolgeplattform. Mit Etnaviv gibt es einen neuen Treiber für die Vivante-Grafikkerne von Freescale-Prozessoren. Der Name ergibt rückwärts gelesen Vivante und soll auf das Reverse Engineering beim Entwickeln des Open-Source-Treibers verweisen.

Eine experimentelle Neuentwicklung findet sich im Dateisystem Btr-FS. 70 Patches des Studenten Omar Sandoval erneuern den Free-Space-Cache. Der funktioniert jetzt baumbasiert, was die Geschwindigkeit bei sehr großen Dateisystemen von 30 TByte und mehr erhöht. Ein Ext-4-Pull-Request von Theodore Ts'o repariert unter anderem einen Fehler in der Verschlüsselungsfunktion des Dateisystems.

In Sachen Linux-Software-RAID gibt es eine Personaländerung: Neil Brown, der das Tool "mdadm" und den RAID-Stack seit fast 15 Jahren betreut, zieht sich zurück. Jes Sorensen koordiniert die Entwicklung der Software ab Version 3.4. Nicht zuletzt hat Greg Kroah-Hartmann für den Staging Tree rund 800 Änderungen eingereicht.

Den vollständigen Kernel finden Interessierte wie immer auf Kernel.org, weitere Details zum aktuellen Kernel 4.5 liefern die Kernel-News im Linux-Magazin.
 

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