Linus im Interview: "Timing, Glück und Ausdauer"
In einem dreiteiligen Interview mit der englischen Webseite Computing.co.uk plaudert Linus ausführlich über Anfänge und Zukunft von Linux.
Hauptsächlich Timing ("Damals war die Infrastruktur des Internets da, aber fast nur technisch versierte Leute online"), Glück ("Menschen wie Ari Lemmke waren sehr hilfreich") und Ausdauer waren Anfang der Neunziger dafür verantwortlich, dass Linux so schnell so ein Erfolg wurde, plaudert Linus Torvalds in einem langen Interview mit der englischen IT-Webseite Computing.co.uk.
Historisches
Dreht sich der erste Teil des Interviews vom 11. Dezember eher um die Geschichte ("Vom VLC-20 zum Raspberry PI"), geht es im zweiten Interviewabschnitt mehr um die Zukunft der Linux-Bewegung. Ausführlich nimmt Torvalds Stellung, etwa dazu, was ihn besonders stolz macht ("Open Source zum Mainstream verholfen zu haben", aber gleichzeitig vielfältige Business-Ideen zu ermöglichen) oder was ihn am meisten beeindruckt: "Die schiere Breite der Projekte, ganz egal wie abseitig oder exotisch". Als er beispielsweise von einer Benzin-Pumpe hörte, die mit Linux laufe, habe es ihn förmlich umgehauen, aber auch Mini-PCs wie der Raspberry Pi seien sehr erstaunlich.
Newton und Giganten
Gleichzeitig nähmen heute die wenigsten Anwender wahr, welch bahnbrechende Wirkung Linux habe, erklärt Torvalds im zweiten Teil, gerade weil sie bereits jeden Tag damit arbeiteten, wie beispielsweise mit Googles Android. Und weiter: "Software ist einfach zu wichtig heute, als dass man sie nicht als Open-Source entwickeln sollte." Sein Lieblingszitat ist übrigens der bekannte Spruch von Isaac Newton: "Wenn ich weiter gesehen habe [als andere], dann nur, weil ich auf den Schultern von Giganten stand."
"Es macht immer noch Spaß"
Seine heutige Arbeit, die tägliche Beschäftigung mit Linux und dem Kernel, könne er sich durchaus noch lange vorstellen, da gäbe es wenig, das ihm nicht gefalle. Spannend findet er, dass in den nächsten Jahrzehnten einige "physikalische Barrieren" zu überwinden seien, aber er glaubt, die Kommunikation werde auch da die Triebfeder sein. Dass die Geräte ständig kleiner, billiger und intelligenter werden, begeistert ihn trotz aller Bedenken um die Privatsphäre.
Anfang 2013 will computing.co.uk einen dritten Teil des Interviews veröffentlichen, in dem Linus erklärt, "warum er Faxe und klassisches Fernsehen hasst".





