Open Source im professionellen Einsatz

Linus Torvalds zu Höhen und Tiefen in 25 Jahre Linux

24.08.2016

Bei der Linuxcon North America hat sich Linus Torvalds pünktlich zum Jubiläum im Interview zu Höhen und Tiefen in den vergangenen 25 Jahren mit Linux geäußert.

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Dirk Hohndel von VMware befragte Linus Torvalds bei der Linuxcon.. Der Linux-Erfinder berichtete von den Anfängen, bestätigte das Jubiläumsdatum am 25. August als seine legendäre E-Mail an die Comp.os.minix-Gruppe ging. Dass sich seine dort getroffenen Aussagen, „just hobby“, „not a big thing“ it probably never will support anything other than AT-harddisks“ nicht ganz zutreffend waren, gestand Linus ein. Er merkte aber auch an, dass es anfangs nicht einmal beliebige Festplatten unterstützt hatte, sondern genau nur seine eigenen, weil alle spezifischen Daten der Platten hartcodiert waren.

Zu den Highlights zählt Torvalds einige programmiertechnischen Durchbrüche, etwa wenn das erste mal ein Buchstabe auf dem Bildschirm erscheint, wie es in den Linux-Anfängen war. Am höchsten schätzt Linus Torvalds aber eher organisatorische Dinge wie funktionierende Release-Prozesse ein.

Entsprechend sieht er die Tiefpunkte in den vergangenen 25 Jahren weniger in technologischer Hinsicht sondern eher im Entwicklungsprozess an sich. Derjenige von Kernel 2.4 sei ein Desaster gewesen, sagte er und er habe Schuld daran gehabt. Das später oft gescholtene Bitkeeper, das er dann mit Git ersetzt habe, sei deshalb anfangs ein Segen für diese Prozesse gewesen. Bei der für ihn desaströsen Entwicklungsgeschichte von Kernel 2.4 habe er sich gedacht, „das war's, ich gebe auf“.

Das hat er nicht getan und auch die frustrierenden Momente sind weniger geworden. Torvalds sagte, dass er vor zehn Jahren noch ab und an genervt damit gedroht habe, jetzt eine Woche offline zu gehen. Meistens sei er aber am nächsten Tag wieder am Rechner gesessen.

Linus Torvalds im Interview mit Dirk Hohndel. Quelle: Linux Foundation

Den Umgang mit den Kernel-Entwicklern empfinde er Dank der funktionierenden Release-Schedules jetzt als angenehm. Der Umgang sei „nice, not polite“ sagte Torvalds, „wir lieben uns nicht, wir respektieren uns“.

Auf die Frage nach seiner Nachfolge sagte er, es gäbe genügend Leute, die lange genug dabei sind, um seinen Job zu übernehmen und denen vertraut werde. Er bezweifle aber, ob alle bereit wären, es auch tatsächlich zu tun, denn die langjährigen Weggefährten würden auch den damit verbundenen Stress kennen. Er passe gut auf sich auf, sate Torvalds, und sollte dennoch etwas unvorhergesehenes geschehen: I won't care.“

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