Open Source im professionellen Einsatz

Libre Office ohne Zukunftsangst

16.11.2010

Auf absehbare Zeit wird es keine allzugroßen Unterschiede geben, aber erste neue Features in der derzeit aktuellen Betaversion von Libre Office deuten es bereits an: Die beiden ehemals identischen Office-Pakete gehen unwiderruflich getrennte Wege. Hat der Libre Office-Zweig ohne die Hilfe Oracle und IBM eine Chance?

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Dass Libre Office bald die Kapazitäten fehlen, um seinen Zweig der Office Suite eigenständig voran zu bringen, das befürchten Thomas Krumbein, Vorstandsvorsitzenderdes Vereins OpenOffice.org, und Andre Schnabel, Gründungsmitglied der Libre Office Foundation nicht. Mittlerweile habe der Fork, der nach Übernahme des bisherigen wichtigsten bisherigen Unterstützers Sun entstanden ist, so viele
Entwickler rekrutieren könnne, wie dessen neuer Eigentümer Oracle für Open Office beschäftigt. Dabei habe man 60 bis 70 neue Kontributoren gewonnen, verkündeten beide auf dem Open Office Kongress für Wirtschaft und Verwaltung dieser Tage in München. Auch namhafte Firmen hättens schon ihre Unterstützung zugesagt, darunter Canonical, Google, Red Hat und Novell
Die Libre Office Foundation soll künftig als Dachorganisation nationaler Unterorganisationen wie des Open Office.org Deutschland e.V. fungieren und die Besitzstände des freien Office wie die Namens- und Markenrechte, Code und Copyright unabhängig verwalten. Damit soll sichergestellt sein, dass sich eine Entwicklung wie die gegenwärtige nicht wiederholen kann, in der Oracle und ein Teil der Community in Widerspruch geraten sind. Derzeit prüfe man rechtlich, ob der Sitz der Stiftung am zweckmäßigsten in Deutschland , England oder Frankreich liegen soll.
Von Libre Office, das aktuelle in einer Beta 3 vorliegt, soll es künftig einen stabilen Zweig mit jährlichen Releasewechseln und einen Developer-Zweig mit halbjährlichem Zyklus geben. Von Open Office werde man alle sinnvoll erscheinden Neuerungen übernehmen, solange dessen Code Open Source bleibe. Dennoch muss man mittelfristig ein Auseinanderdriften der Codebasis erwarten. Eine erste finale Version von Libre Office, die zum Beispiel auch Voraussetzung wäre, um für eine Installation im Behördenbereich zugelassen zu werden, wo derzeit nur Open Office zertifiziert ist, soll sich dann genauso leicht einsetzen lassen wie ein Open Office-Update.

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