Open Source im professionellen Einsatz

LSB 3.2 mit besserem Druckersupport

07.11.2007

Die Linux Foundation diskutiert in diesen Tagen Version 3.2 der Linux Standard Base (LSB) und bietet einen ersten Ausblick auf die künftige LSB 4.0.

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Die LSB-Arbeitsgruppe unter dem Dach der Non-Profit-Organisation trifft sich vom 7. bis 9. November in den Räumlichkeiten von Novell im US-Bundesstaat Utah. Zum Projektteam gehören neben Mitgliedern der Linux Foundation unter anderem auch Unternehmensvertreter von IBM, Intel und Novell. Die LSB hat dabei den Anspruch, den größten gemeinsamen Nenner für Linux-Distributionen zu liefern und somit Drittanbietern die Entwicklung für das freie Betriebssystem zu erleichtern. Zusätzlich will die LSB nicht nur eine gemeinsame Plattform pro Version liefern, sondern gleichzeitig sicherstellen, dass LSB-zertifizierte Software auch auf künftigen LSB-Standards läuft.

Die Projektplanung für LSB 3.2 sieht im Kern keine wesentlichen Änderungen vor, die Basis soll glibc 2.3.4 bleiben. Weil die Linux-Variante Debian und seine Derivate noch nicht auf glibc 2.4 basieren, soll der Umstieg erst in LSB 4.0 erfolgen. Umfangreiche Verbesserungen plant die Arbeitsgruppe für den Druckersupport in der neuen Version: Auf der Treiberseite sollen CUPS Raster, Open Printing Vector IJS hinzugefügt werden, zudem soll das CUPS-API (Application Programming Interface) dazu kommen. Das LSB-Team erhofft sich davon, dass hiermit künftig Hardwarehersteller sämtliche Druckerfunktionalitäten für jede Linux-Distribution verfügbar machen können. Eine eigene Drucker-Roadmap regelt Näheres. Größere Neuerungen bei Multimedia-Anwendungen sind erst für die künftige LSB 4.0 vorgesehen, hierzu soll es eine eigene Arbeitsgruppe geben.

Neu hinzukommen in LSB 3.2 sollen die Programmiersprachen Perl und Python. Im Desktop-Bereich will die LSB 3.2 mehr GNOME und KDE-Bestandteile anbieten, die Version 3.1 beschränkte sich noch auf die Toolkits Gtk und Qt. Nach Meinung der Arbeitsgruppe haben sich vier Spezfikationen von Freedesktop.org in der Praxis bewährt. Sie sollen in LSB 3.2 Einzug finden.

Die Release-Zyklen der LSB orientieren sich an den Unternehmens-Versionen der Linux-Distributoren. Die Roadmap sieht vor, dass jede LSB-Version mit den jeweiligen Hauptversionen korrespondiert. LSB 3.x "gehört" also quasi zu Red Hat Enterprise Linux 5 oder Suse Linux Enterprise 10, die kommende LSB 4.x soll die Versionsnummer für die kommende Generation sein. Die neue Version 3.2 war bereits für den September 2007 geplant; die aktuelle Version LSB 3.1 steht seit April mit Test-Toolkits zum Download zur Verfügung (Linux-Magazin Online berichtete).

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