Open Source im professionellen Einsatz

Kurztest: Neuer Stromspar-PC von MSI

27.08.2008

Nach dem erfolgreichen Launch ihres Netbook bringt die taiwanesische Firma MSI einen Stromspar-PC mit Intels Atom-Prozessor heraus. Linux-Magazin Online hat den Wind PC getestet.

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Bei der von MSI eingesetzten Atom-CPU mit 1,6 Ghz handelt es sich nicht um echtes Mehrkernmodell, es bietet stattdessen zwei so genannte Threads. Ab Werk ist das Gerät mit 1 GByte DDR2-667-Speicher ausgestattet. Der einzige Steckplatz kann maximal ein 2-GByte-Modul aufnehmen.

Im Inneren findet sich nur 1 Steckplatz für DDR2-667-Speicher.

Nach Herstellerangaben verbraucht der MSI Wind PC nur 35 Watt, was sich in unserem Test als realistisch erwies, und bleibt mit "weniger als 30 dB" dabei noch sehr leise. Die Ausstattung zielt mit einem 7.1-Audiosystem und einem DVD-Brenner wohl eher auf den Heim- als den Office-Benutzer. MSI verzichtet auf altmodische Anschlüsse für Keyboard und Maus und belässt es bei einer Handvoll USB-2.0-Ports.

Andererseits sucht man einen DVI-Port als Monitor-Verbindung vergeblich und muss sich mit dem guten alten VGA begnügen. Seltsamerweise stattet MSI den Wind PC ab Werk mit Novells Suse Linux Enterprise Desktop 10.0 (Service Pack 1) aus. Weil es sich dabei nicht gerade um die neueste Linux-Distribution handelt, unterstützt der mitgelieferte X-Server den Grafik-Chip des 945GC-Chipsatzes im 2D-Modus nicht optimal: Das Scrollen und Verschieben von Fenstern geht ziemlich zäh vonstatten. Paradoxerweise sind die 3D-Funktionen sogar schneller.

Diesen Bug haben die X.org-Entwickler schon behoben, der Fix ist aber bisher nur in den Quellcode-Repositories zu finden. Deshalb funktionierte ein zum Test installiertes Ubuntu 8.04 auf dem Wind PC zwar gut, hatte aber die gleichen Grafikprobleme. Auch die Wahl eines Schubladen-DVD-Laufwerks scheint wenig glücklich, ist der Wind PC doch dafür konzipiert, vertikal aufgestellt zu werden, wie der mitgelieferte Ständer belegt. Der Rechner bringt einen Gigabit-Ethernet-Anschluss mit aber kein WLAN, das sich aber über einen Mini-PCI-Express-Anschluss nachrüsten ließe.

Abgesehen von diesen kleinen Schönheitsfehlern ist der MSI Wind PC mit einem Preis von 250 Euro ein brauchbarer und stromsparender PC fürs Wohnzimmer oder Büro, auch wenn er nicht unbedingt der schnellste ist -- gerade der Start von Programmen dauert oft ziemlich lange. Wenn es demnächst noch eine Linux-Distribution gibt, die den Graphikchip auch im 2D-Modus voll beschleunigt unterstützt, bleiben wenige Wünsche offen.

Der Wind-PC lässt sich mit dem mitgelieferten Standfuß aufstellen: Das Einlegen von CDs und DVDs wird damit haklig.

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