Open Source im professionellen Einsatz

Kurztest: Aldi-Notebook Akoya Mini E1210 mit Linux

04.07.2008

Aldi Süd verkauft das 10-Zoll-Netbook Akoya für 399 Euro. Wir haben das Gerät auf Linux-Tauglichkeit getestet und Opensuse, Fedora und Ubuntu installiert.

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Das 10-Zoll-Notebook vom Aldi-Hoflieferanten Medion ist deutlich größer als der Eee-PC, bringt aber auch eine vollwertige Tastatur mit. Als Betriebssystem ist Windows XP Home mit Service Pack 3 vorinstalliert. Das Gerät ist nahezu baugleich mit dem Wind U100 von MSI. Medion hat sich für das Akoya mit MSI zusammengetan. Das Wind U100 soll im August auf den Markt kommen.

Die Installation von Opensuse 11.0 über ein externes USB-CD/DVD-Laufwerk verlief problemlos. Drückt man beim Einschalten des Akoyas[F11], kann man aus dem Bootmenü das externe USB-Laufwerk auswählen. Wählerisch zeigt sich der Akoya Mini bei Ubuntu 8.04 und Fedora 9. Diese Distributionen schaffen es nicht, den Kernel zu laden. Bei Fedora 9 war noch eine Kernel-Meldung zu sehen, wonach der Ethernet-Treiber rt8169 Schwierigkeiten bereitet. Ubuntu 8.04 blieb wortlos hängen. Hingegen lässt sich Ubuntu 7.10 problemlos installieren.

Die Installation von Opensuse 11.0 auf dem 10-Zoll-Netbook Akoya verlief problemlos. Auch das Speedstepping des Prozessors funktioniert.

Das WLAN-Modul des Netbook kommt von Ralink, der aktuelle Kernel bringt noch keinen Treiber mit. Es funktioniert mit dem Kernelmodul rt2860sta. Den passenden Treiber gibt es auf der Ralink-Homepage. Die Webcam stammt von Acer. Sie wird per default ebenfalls nicht erkannt. Als Treiber kommt prinzipiell der neue UVC-Treiber in Frage, er kennt die Device-ID der Webcam (5986:0141) allerdings noch nicht.

Das Speedstepping funktioniert unter Ubuntu 7.10 und Opensuse 11.0 problemlos. Die Atom-CPU arbeitet je nach Auslastung mit 800 MHz oder 1,6 GHz. Die Akkulaufzeit beträgt maximal 2,5 Stunden, bei voller Auslastung liegt sie bei rund 1,5 Stunden.

Opensuse 11.0 hat Probleme mit der Auflösung und zeigt stets 1024x 768 Pixel an, obwohl 1024 x 600 eingestellt sind. So fehlt der untere Teil des Desktops (das Panel).Das Problem scheint am KDM zu liegen. Startet man den X-Server über startx, ist die Auflösung korrekt. Ubuntu 7.10 stellt die Auflösung korrekt dar. Beide Distributionen benutzen den neuen Intel-Treiber. Er unterstützt auch Compiz-Fusion.

Die Hotkeys für die Lautstärkeregelung, die Display-Beleuchtung und den Suspend funktionieren. Auch die Webcam und das WLAN lassen sich per Funktionstaste ein- und ausschalten. Suspend-to-RAM funktioniert ebenfalls unter beiden Distributionen.

Technische Daten: 1.6 GHz Intel-Atom-Prozessor N270, Intel Graphics Media Accelerator 950, 10-Zoll-Display, 80 GByte Festplatte, 1 GByte Arbeitsspeicher, WLAN 802.11 b/g und Draft-n, integrierte VGA Webcam und Mikrofon, USB-2.0-Anschluss, Multi-Kartenleser.

Das Notebokk ist ab 3. Juli bei Aldi Süd erhältlich. Einen detaillierten Artikel zum kompletten Setup enthält die Schwesterzeitschrift von Linux-Magazin Online, der LinuxUser in der Ausgabe 09/2008, die ab dem 21. August im Handel ist.

Unter Haube:1.6 GHz Intel-Atom-Prozessor N270, Intel Graphics Media Accelerator 950, das WLAN-Modul des Netbook kommt von Ralink - funktioniert mit dem Kernelmodul rt2860sta.

Update:

Mit den allerneuesten UVC-Treibern funktioniert die Webcam von Bison, so dass Linux das Netbook vollständig unterstützt. Den neuesten Treiber lädt der Befehl "svn checkout svn://svn.berlios.de/linux-uvc/linux-uvc/trunk" herunter. Zum Übersetzen sind die Kernelquellen und -header sowie die grundlegenden Entwicklertools nötig. Unter Ubuntu ist zudem das Makefile anzupassen, damit das Kernelmodul im Verzeichnis "ubuntu/media/usbvideo" landet.

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